Kolumne

Dienstag, 2. Februar 2010 | Kolumne

XML-Report: Das größte Glück der Erde ...

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/php/news/053674)

Daniel Koch

... findet man angeblich auf dem Rücken der Pferde. Dass das für viele, viele Menschen stimmt, durfte ich am vergangenen Sonntag hautnah erleben. Am besagten Tag folgte ich einer Einladung zu einer Pferde-Show. Nun muss ich vorausschicken, dass sich meine Kenntnisse über Pferde nicht weiter als bis Black Beauty, Fury und Mr. Ed erstrecken. Und so saß ich in einer Arena und blickte zweieinhalb Stunden – mit einer zwanzigminütigen Unterbrechung – auf das bunte Treiben unter mir. Bei jeder Zuckung der Gäule tobte, pfiff und johlte die Menge. Und auch an Ahs und Ohs wurde nicht gespart. Tippelte ein Pferd zwei Schritte rückwärts, geriet die ganze Halle schier aus dem Häuschen. Ich selbst wusste hingegen nicht so recht, wann ein fachmännisches Kopfnicken und anerkennender Applaus angebracht waren. Und so ging die Zeit dahin, ohne dass ich auch nur ansatzweise dahinter gekommen wäre, was tatsächlich applauswürdig sei. Endlich verstand ich diejenigen, die sich – obwohl es sie nicht die Bohne interessiert – ein Fußballspiel ansehen und dann permanent gefragt werden, ob sie denn nicht diesen grandiosen Spielzug gesehen und was sie zur hervorragenden taktischen Einstellung beider Mannschaften zu sagen haben. In dieser Hinsicht werde ich mich – ich schwöre – ab sofort zurückhalten. Weniger zurückhaltend zeigt sich übrigens Dänemark in Sachen ODF. Die Dänen führen nämlich ODF als Speicherformat für Regierungsstellen ein.

Dänemark setzt auf ODF

Nun ist es offiziell: Das dänische Parlament hat sich mit dem dänischen Wissenschaftsminister darauf geeinigt, dass Regierungsstellen ab April 2011 ihre Dokumente im Open Document Format (ODF) abspeichern müssen. Für Microsofts Office Open XML (OOXML) bedeutet das einen weiteren Rückschlag, da Dänemark hier dem Vorbild von Ländern wie Litauen, Schweden, Belgien und Frankreich folgt. Allerdings zieht die neue Vorschrift nicht zwangsläufig den Einsatz von OpenOffice.org nach sich. Denn mit dem Service Pack 2 lassen sich OOXML-Dokumente auch in Microsofts Office 2007 erstellen.

OpenOffice.org 3.2 RC4

Entgegen den bisherigen Planungen gibt es doch einen vierten Release Candidate von OpenOffice.org. Schuld daran ist ein kürzlich entdeckter Fehler, der das Programm zum Absturz bringen kann. Durch den RC4 wird dieser Fehler behoben. Nötig wurde der RC4 aber noch aus einem anderen Grund: Die Berkeley-Datenbank, in der die Benutzerkonfiguration gespeichert wird, wurde aktualisiert. Da erst jetzt der RC4 freigegeben wurde, wird sich die Veröffentlichung von OpenOffice.org 3.2 verschieben. Denn ursprünglich wurde von den Entwicklern der Januar 2010 anvisiert. Nun ist wohl erst Mitte/Ende Februar mit der finalen Version zu rechnen.

WebCGM 2.1

Die vorgeschlagene Empfehlung WebCGM 2.1 wurde von der WebCGM Working Group veröffentlicht. CGM wird in weiten Teilen der Industrie als Standardformat für die Darstellung geräteunabhängiger Grafikdateien verwendet. WebCGM soll eben jenes CGM für das Web umsetzen. Dabei will das W3C mit WebCGM ein Profil von CGM schaffen, durch das sich Standard-Metadaten, Adressenschemata und grafische Grundelemente vereinheitlichen lassen.

Entwicklertage 2010

Bald ist es wieder soweit: Vom 22. bis 26. Februar 2010 finden im Maritim Rhein-Main Hotel Darmstadt die Entwicklertage 2010 statt. Die Entwicklertage gibt es zweimal jährlich und sie richten sich an Entwickler, die vom Wissen bekannter Profis aus der Entwicklerszene profitieren möchten. In diesem Jahr dreht sich alles um die Themen Java, Delphi und .NET. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Sessions finden Sie unter http://it-republik.de/konferenzen/entwicklertage2010/themen/.  Die Anmeldung zu den Entwicklertagen ist über die offizielle Webseite möglich.

Jetpack

Mozilla hat die Roadmap für das neue Add-on-System des Firefox veröffentlicht. Mit diesem Jetpack – das übrigens in der finalen Version Reboot heißen soll – will Mozilla das Entwickeln von Browsererweiterungen vereinfachen. Mit Jetpack verabschiedet sich Mozilla von der XML User Interface Language (XUL), die bislang die Basis für die Extension-Entwicklung bildete. Stattdessen soll nun jeder, der Webseiten erstellen kann, auch Mozilla-Erweiterungen programmieren können. Denn fortan werden Mozilla-Erweiteurngen aus einer HTML/CSS/JavaScript-Kombination bestehen. Aber nicht nur für Entwickler, auch für Anwender soll Jetpack Verbesserungen mitbringen. So weist man seitens Mozilla darauf hin, dass sich Erweiterungen einfacher installieren lassen und sofort ohne Browserneustart eingesetzt werden können. Die Deinstallation soll ebenso einfach funktionieren. Eine erste Jetpack-Version kann kostenlos über die Seite https://jetpack.mozillalabs.com/ installiert werden.

XML-Tool der Woche

Viele Anwender arbeiten erfahrungsgemäß nicht mehr nur mit einem Browser oder auf einer Systemplattform. Längst sind die Grenzen zwischen Internet Explorer, Mozilla Firefox und dem iPhone verschwunden. Wer im Internet Explorer seine Favoriten anlegt, möchte diese auch als Bookmarks im Firefox oder dem iPhone nutzen. Mit dem von Mozilla veröffentlichten Synchronisierungsdienst Weave Sync ist das und noch vieles mehr möglich. Denn damit lassen sich nicht nur Bookmarks bzw. Favoriten, sondern auch der Browserverlauf, Passwörter und geöffnete Tabs zwischen mehreren Browsern auf unterschiedlichen Systemen synchronisieren. Dabei kommt Weave Sync als Erweiterung für Mozilla Firefox daher. Der Datenabgleich wird von Weave Sync in Blöcken umgesetzt. So soll die Leistungsfähigkeit der Browser nicht unnötig herabgesetzt werden. Beim ersten Abgleich werden maximal 1000 Verlaufseinträge synchronisiert. Die Erweiterung kann kostenlos von der Seite https://mozillalabs.com/weave/ heruntergeladen werden.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.


Anzeige

Kommentare

Gravatar MDT 02.02.2010
um 14:39 Uhr
Dänemark setzt auf ODF: "[...] Denn mit dem Service Pack 2 lassen sich OOXML-Dokumente auch in Microsofts Office 2007 erstellen."

Gemeint ist doch wohl, dass MS Office mit dem SP2 ODF-Dokumente hinbekommt, oder? ;-)
#zitieren
Gravatar Daniel 02.02.2010
um 15:23 Uhr
Stimmt natürlich. Dank des SP2 beherrscht Office 2007 ODF.

Danke für den Hinweis
#zitieren
Gravatar David 03.02.2010
um 08:43 Uhr
Da Weave eine "Erweiterung für Mozilla Firefox" ist, kann man damit eben nicht "im Internet Explorer seine Favoriten" anlegen und "diese auch als Bookmarks im Firefox oder dem iPhone nutzen" #zitieren
Gravatar Daniel 04.02.2010
um 09:08 Uhr
Naja, eigentlich auch für den Internet Explorer. Dazu muss man eben nur die Favoriten in den Firefox importieren. Mehr ist dazu nicht nötig. Trotz dieses kleinen Umwegs kann man somit seine Favoriten und Lesezeichen synchron halten. #zitieren

Folgende Links könnten Sie auch interessieren

zurück zum Seitenanfang