WordPress zählt ohne Frage zu einem der beliebtesten Weblog-Systemen im Netz. Kein Wunder also, dass es für jede nur denkbare Anforderung unzählig viele Plug-ins zu geben scheint. Eines der Neuesten dürfte vor allem für semiprofessionelle und Small-Business-Anwender interessant sein. Mit dem Plug-in WPML können Seitenbetreiber Artikel in verschiedenen Sprachen veröffentlichen. Und das Beste daran: WPML lässt sich problemlos in WordPress MU, die Multiuser-Version, integrieren.
- Downloads
- WordPress 2.7.1 DE, 1,9 MB
- WPML 0.9.7, 112 KB
Obwohl WordPress nicht als vollwertiges CMS konzipiert wurde, wird es nicht zuletzt dank seines intuitiven Handlings oft zu genau diesem Zweck verwendet. Der einzige Stolperstein für viele kommerzielle Anwendungen ist die fehlende Unterstützung von mehrsprachigen Artikeln. Mit WPML möchten wir Ihnen heute einen möglichen Lösungsansatz vorstellen.
Installation und Vorbereitungen
Nach dem Download gestaltet sich die Installation denkbar einfach. Das entpackte Verzeichnis sitepress-multilingual-cms muss lediglich in das WordPress-Verzeichnis wp-content/plugins/ kopiert werden, um anschließend im Plug-in-Menü in der Administration aktiviert werden zu können (siehe Abbildung).
Nach der Aktivierung befindet sich in der Navigation auf der linken Seite ein neues Menü mit drei Einträgen. Als erstes sollte man im Punkt Languages die Standardsprache wählen. Dies ist die Vorauswahl für alle zukünftig verfassten Artikel. Ist das erledigt, können weitere Sprachen gewählt werden, die im Blog unterstützt werden sollen. Danach kann man festlegen, wie die Sprachoptionen in den Blog eingreifen sollen.
Im Punkt Navigation können Einstellungen an den verschiedenen Navigationen vorgenommen werden. WPML bietet neben dem Language-Switcher einen Breadcrumb-Trail sowie eine Sidebar-Navigation. Die Sprach-Auswahl kann ebenfalls als Widget in die seitliche Navigation integriert werden.
Die Sticky links sorgen schließlich dafür, dass interne Verlinkungen automatisch angepasst werden, falls sich die URL ändert.
WPML im Einsatz
Die vom Plug-in mitgelieferten Navigationselemente lassen sich relativ einfach über den in WordPress integrierten Editor einbinden. Hierzu sollten jedoch Kenntnisse in (X)HTML vorhanden sein, da die Elemente entsprechend positioniert werden müssen. Unerfahrene Anwender sollten diese Einbindung in einer Testumgebung vornehmen, bevor Sie die Änderungen online stellen.
WordPress ist nun bereit, Artikel in mehreren Sprachen zu verwalten. Neue Artikel werden automatisch mit dem Kennzeichen der Sprache angelegt, die am Anfang in der Administration als Standard festgelegt wurde. Sobald der Artikel als Entwurf gespeichert wurde, verändert sich das Feld Language options. Nun hat man die Möglichkeit, für die im WPML-Menüpunkt Language festgelegten Sprachen Übersetzungen zu diesem Artikel anzulegen. Das Handling der verschiedensprachigen Artikel ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da man die entsprechende Version erst umständlich über den Eintrag in den Language options suchen bzw. zuteilen muss. Dennoch geht es nach kurzer Einarbeitungszeit in Fleisch und Blut über.
- Informationen
- Projekt WordPress I18n
- Aktuelle Revision
Um seine WordPress-Installation Fremdsprachentauglich zu machen, sollte man vor der Inbetriebnahme jeden noch so unwahrscheinlichen Fall ins Auge fassen. Schnell hat man seine Besucher vergrault, wenn jeder zweite Klick auf einen Artikel mit einer Fehlermeldung quittiert wird. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass alle Seiten in allen angebotenen Sprachen vorliegen. Eine Übersicht aller internationalisierten Dateien finden Sie in der aktuellsten Revision.
Fazit
Noch läuft nicht alles Rund bei WPML. Die Suche funktioniert nur in der Standardsprache, und wenn nicht alle Seiten in allen vorgegebenen Sprachen vorliegen, kann es unter gewissen Konfigurationen zu unschönen Dead-Ends für den User kommen.
Dennoch macht das Plug-in vieles richtig. So bietet es beispielsweise die Möglichkeit, über Sprachkonstanten die Themes des Blogs für jede Sprache zu individualisieren. Darüber hinaus werden auf der offiziellen Homepage viele umfangreiche Tutorials angeboten, an denen man sich orientieren kann. Sollte man dennoch einmal vor einem vermeintlich unlösbaren Problem stehen, steht einem die Community zur Seite. Wenn die Entwickler die noch auftretenden Probleme bis zur finalen Version 1.0 in den Griff bekommen, wird WPML bestimmt in vielen WordPress-Installationen zum Einsatz kommen.













