15 Jahre ist es her, als PHP das Licht der Welt erblickte. Nun könnte man meinen, PHP sei gerade in der Pubertät und hätte das Erwachsen werden noch vor sich? Weit gefehlt!
PHP hat in den letzten 15 Jahren einen enormen Siegeszug hingelegt. Es treibt die größten Websites der Welt an. Auf fast jedem Hostingpaket findet sich ein PHP (und MySQL) vorinstalliert. PHP, ursprünglich die "Personal Homepage Tools" und heute das Akronym "PHP: Hypertext Preprocessor", strotz vor Kraft und Reife. Doch wie konnte es dazu kommen? Begleiten Sie uns auf einen kleinen Streifzug durch die PHP Historie.
1995: PHP, Version 1
Am 8. Juni 1995 veröffentlichte Rasmus Lerdorf in der Gruppe comp.infosystems.www.authoring.cgi die "Personal Homepage Tools", "PHP Tools" genannt. Sehr viele Entwickler interessierten sich dafür, so dass einige Zeit später die Version 2 der Sprache, "PHP/FI", veröffentlicht wurde. Es sollte bis zur Version 3, PHP3, dauern, bis aus einem Ein-Mann-Projekt eine echte Entwickler-Community wurde, die an PHP mitentwickelte.
Stein des Anstoßes war der Rewrite der Basis-Engine von PHP3 durch Zeev Suraski und Andi Gutmans, den späteren Gründern von Zend Technologies. Doch erst mit PHP4, das Mitte 2000 vorgestellt wurde, hielten objektorientierte Features in die Sprache Einzug. Es enthielt erstmalig die sogenannte "ZendEngine", den Kern des Interpreters, der PHP-Programmcode in zwei Schritten interpretiert und in Opcodes "compiliert", die danach von der Engine ausgeführt werden. Kein Wunder, dass sich durch die damit einhergehende Performance-Steigerung und die modernen Sprachkonstrukte immer mehr Entwickler für die leicht zu erlernende Skriptsprache interessierten.
Die objektorientierte Unterstützung in PHP4 war jedoch alles andere als schön, für OOP wichtige Dinge wie PPP (private, protected, public) fehlten. An die Entwicklung von Entwurfsmustern war schon gar nicht zu denken. Es sollte bis zur Veröffentlichung von PHP5 Mitte 2004 dauern, bis die Bedürfnisse der Entwicklergemeinde auch hier befriedigt wurden: PHP5 brachte damals "echte" Objektorientierung mit und legte seitdem den Grundstein dafür, dass PHP auch immer mehr in Großunternehmen Einzug erhielt.
Version 5.3 markierte ebenfalls einen deutlichen Meilenstein und wurde Mitte 2009 vorgestellt: nun enthält die Sprache Namespaces, Late Static Bindings, limitierte Gotos, Closures und den nativen Support für PHP Archive (phar). Nicht zu vergessen ist der verbesserte Windows-Support: dank der Open-Source-Initiative von Microsoft wurde die Lauffähigkeit von PHP unter Windows deutlich verbessert und vereinfacht. Zahlreiche Extensions, die den eigentlichen Charme von PHP ausmachen, sind damit auch direkt für Windows (windows.php.net) verfügbar.
2010: Wo geht die Reise hin?
Während PHP 5.3 nicht nur neue Sprachfeatures brachte, die zum Teil erst in der späteren Version 6 kommen sollten, so ist die Sicht auf die Major Version 6 etwas getrübt. Es bleibt offen, wohin die Reise geht und ob V6 tatsächlich das "Unicode-Release" wird, das einmal geplant war. Dennoch ist dies kein Beinbruch: PHP ist reifer als je zuvor und wird sogar von Beratungsunternehmen wie Gartner empfohlen. Diese raten Unternehmen in der Entwicklung von Anwendungen auch auf dynamische Skriptsprachen wie PHP oder JavaScript zu setzen, da diese die Anwendungsentwicklung deutlich vereinfachen und zu günstigeren Entwicklungskosten beitragen. Nicht zuletzt sorgt eine Entwicklergemeinde von schätzungsweise mehr als 5 Mio. PHP-Entwicklern dafür, dass PHP in aller Munde bleiben wird.




