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Dienstag, 29. Juni 2004 | News

Final Release von Eclipse 3.0

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/php/news/016185)
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Das offizielle Final Release von Eclipse 3.0 steht zwar erst für nächsten Mittwoch, den 30. Juni, an, doch ist die Version 3.0 bereits jetzt zu beziehen. Das gesamte Eclipse Package ist über 80 MB groß, deshalb empfiehlt es sich, unter den unter http://www.eclipse.org/downloads/ aufgelisteten Mirrors das Verzeichnis R-3.0-200406251208/ und dann z.B. eclipse-RCP-SDK-3.0-win32.zip, eclipse-RCP-SDK-3.0-macosx-carbon.tar.gz oder eclipse-RCP-SDK-3.0-linux-gtk.zip auszuwählen.

Wer mehr über über die neue Version von Eclipse wissen will, sei auf den kostenlosen Online-Artikel des Java Magazins verwiesen. Für alle weiteren mag das Folgende fürs Erste genügen:

Besonderes Merkmal der neuen Version ist das komplett überarbeitete und austauschbare Look and Feel der Oberfläche. Für alteingesessene Eclipse-Entwickler hat die Struktur der IDE allerdings weniger Neuigkeiten zu bieten. Die bekannten View-Elemente finden sich wieder, was die Einarbeitung zum Kinderspiel macht, vor allem viele kleine Feinheiten und Erweiterungen erhöhen die Usability der bereits recht ansprechenden 2.1er-Version noch einmal. Neulinge hingegen dürften den Einstieg in Eclipse 3 mittels so genannter Cheats und erweiterter Tutorialunterstützung als einfacher als zuvor empfinden.

Der Editor hat zusätzliche Funktionen erlernt, darunter weitere Fähigkeiten wie das Falten des Sourcecode (Zusammenklappen von Elemente zwecks Übersichtlichkeit), das Mittracen und Sichtbarmachen von Änderungen am Source durch so genannte Quickdiffs am Editorrand oder auch semantisches Highlighting, das farbliche Markieren von Typen, Konstanten oder Return-Statements. Besonders im Bereich von Sourcecode-Formatierung und Templates hat Eclipse mehr Flexibilität gewonnen. Eclipse kennt nun die Sun Code Conventions genauso wie die explizite Definition von Accessor-Vorlagen.

Im Bereich Build und Debug Management hat Eclipse ebenfalls diverse Detailverbesserungen anzubieten. Es gibt endlich benutzerdefinierte Library-Sets, um Bibliotheken (z.B. bei Struts) unter einem Set zusammenzufassen, dem Include von Sourcen wurde ein zusätzliches Exclude für den Build-Prozess geschenkt. Auch die Definition von Launch Configurations zum Start von Anwendungen ist noch mal umfangreicher. Umgebungsvariablen lassen sich explizit definieren (nicht nur über VM-Argumente) und die Konfiguration von Bootstrap und User Entries für den Classpath erlaubt nun beliebige Launch Configurations, die sich über mehrere Eclipse-Projekte erstrecken und unterschiedlichste Sourcecodequellen kennen. Der Debugger hat inzwischen Breakpoints auf Methoden (statt Statements) erlernt und kann auch beim Laden von Klassen in Aktion treten.

Sehr angenehm ist die Unterstützung für Wizards geworden, die einem schnell beim Auffinden von Klassennamen helfen. Die Suche kennt endlich auch Regular Expression-Ausdrücke, die Unterstützung für Ant-Build-Tasks wurde erweitert und zur Freude der meisten Benutzer, die intensiv die IDE für ihre Zwecke anpassen, macht der Preference-Dialog einen aufgeräumteren Eindruck als bisher.

Die Frage bliebe, ob diese Schönheitskorrekturen einen Versionssprung rechtfertigen. Die Antwort lautet "Ja", denn besonders unter der Haube hat sich zwischen den Versionen nochmals einiges getan. Eclipse hat die Entwicklung von Plugins weiter vereinfacht, darin enthalten auch eine JUnit-Testunterstützung. Die Standard-Plugins wurden teilweise neu aufgeteilt, um eine klarere Trennung zwischen Logik und Präsentationsschicht zu ermöglichen und die Wiederverwendbarkeit von Teilen in anderen Softwareumgebungen zu forcieren ("Rich Client Platform"). Des Weiteren hat sich die Entwicklergemeinde entschieden, sich mehr von ihrer proprietären Plugin/Feature-Definition abzuwenden und zwecks Kompatibilität auf die OSGi-Spezifikation zu setzen. Eclipse 3 bietet dem Plugin-Entwickler zwar Migrations-Tools (u.a. mit Kompatibilitäts-Plugins) an, der Weg zum neuen Eclipse-Plugin ist deswegen aber noch kein Kinderspiel geworden.

Ein wenig bedauerlich ist die immer noch recht zögerliche Unterstützung von JDK1.5, das inzwischen in Beta 3 bei Sun verfügbar ist. Hier befindet sich Eclipse aber in guter Gesellschaft mit anderen IDEs, die sich bis zur vollen Unterstützung der neuen Java-Features wie beispielsweise Generics oder Metadaten auch bis zum Final von Sun Zeit lassen.(Lars Wunderlich)

(an)

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