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Februar 2010 | Artikel

Mit Piwik behalten Sie die Kontrolle über Ihre Webseitenstatistik Fortsetzung, Teil 5

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Datenexport

Jedes Widget enthält eine Exportfunktion, die über das Exportsymbol in seiner jeweiligen Fußzeile aufgerufen werden kann. Durch Klick auf eines der angebotenen Exportformate wird browserabhängig entweder ein Dateidownload gestartet oder der exportierte Text angezeigt. Ein interessantes Feature ist der Datenexport als RSS-Feed. Abonnieren Sie einen Feed mit Ihrem Feedreader, so können Sie die aktuellen Daten einsehen, ohne das Piwik Dashboard öffnen zu müssen. Das Layout des Feeds ist noch sehr simpel als Tabelle ausgeführt, soll aber in späteren Versionen gefälliger gestaltet werden.

Jedes Widget kann darüber hinaus auch per <iframe> in jede beliebige Webseite integriert werden (Abb. 8). Klicken Sie dazu im Dashboard oben links auf Widgets, um eine Liste aller verfügbaren Widgets anzuzeigen. Bewegen Sie die Maus über einen Eintrag, so zeigt Ihnen Piwik das entsprechende Widget an. Darunter finden Sie das fertige <iframe>-Tag, das Sie kopieren und an entsprechender Stelle in eine Webseite einfügen können. Beachten Sie, dass Sie in der Benutzerverwaltung dem Benutzer anonymous Leserechte vergeben müssen, da ansonsten das eingebundene Widget leer bleibt.

Piwik-API

Piwik verfügt über eine umfangreiche API-Referenz. Sie können über definierte Parameter alle vorhandenen Statistiken abrufen, ohne sich dafür bei Piwik einloggen zu müssen. Das API besitzt ein REST-Interface, sodass der Zugriff auf die Daten über eine HTTP-Get-Abfrage (per PHP oder direkter Adressangabe im Browser) erfolgen kann. Die Adresse zum Abfragen der Top 10 aller Schlagworte des 25. Novembers 2009 mit Ausgabe im XML-Format würde z. B. folgendermaßen aussehen:

http://piwik.ihredomain.de/?module=API&method=Referers.getKeywords&idSite=1&date=2009-11-25&period=day&format=xml&filter_limit=10

Eleganter ist der Aufruf aus einem PHP-Skript heraus. Die obige Abfrage würde dann wie in Listing umgesetzt werden.

Listing 2: Aufruf aus einem PHP-Skript
  1. <?php
  2. define('PIWIK_INCLUDE_PATH', '..');
  3. define('PIWIK_ENABLE_DISPATCH', false);
  4. define('PIWIK_ENABLE_ERROR_HANDLER', false);
  5. require_once PIWIK_INCLUDE_PATH . "/index.php";
  6. require_once PIWIK_INCLUDE_PATH . "/core/API/Request.php";
  7. Piwik_FrontController::getInstance()->init();
  8. $request = new Piwik_API_Request('
  9. method=Referers.getKeywords
  10. &idSite=1
  11. &date=2009-11-25
  12. &period=day
  13. &format=XML
  14. &filter_limit=10
  15. &token_auth=123456789abcdef987654321fedcba
  16. ');
  17. $result = $request->process();
  18. echo $result;

Die API-Aufrufe sind durch Verwendung eines Tokens vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Die HTTP-Abfrage erzeugt eine Fehlermeldung, wenn der Benutzer anonymous nicht mindestens Leserechte besitzt. Im zweiten Beispiel wird über den Parameter token_auth= die Authentifizierung der Abfrage sichergestellt. Den für Ihre Piwik-Installation gültigen Token finden Sie unter dem Link API auf Ihrem Piwik Dashboard.

Eine sehr interessante, weil browserunabhängige Anwendung des Piwik-API ist der Piwik Connector. Das Desktopprogramm auf Basis von Adobe Air ruft die Zugriffsstatistiken ab und bereitet sie recht ansehnlich auf. Dank des gut dokumentierten Piwik-API dürften weitere Anwendungen nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Tellerrand

Die Piwik-Entwickler sind angetreten, sich mit ihrer Software gegen etablierte Webstatistiklösungen wie Google Analytics oder Yahoo! Web Analytics durchzusetzen. Letztendlich greifen alle Statistiklösungen auf die gleichen Daten zurück. Unterschiede bestehen nur in der grafischen Darstellung und der statistischen Aufbereitung. Schaut man sich die beiden großen Gegenspieler an, so sticht zunächst das gefälligere Design der Oberflächen ins Auge. Piwik kommt teilweise noch recht klobig und altbacken daher, während Google sich sehr bunt und bewegt präsentiert. Yahoo! hingegen besticht durch seinen Custom Report Wizard mit höchster Flexibilität im User Interface. Piwik dagegen lässt sich bisher nur umständlich über das Hochladen von Plug-ins erweitern. Dafür erscheint Piwiks Dashboard wesentlich aufgeräumter und benutzerfreundlicher. Google hat mit seinen umfassenden Auswertemöglichkeiten von Marketingaktionen sicherlich die Nase weit vorne. Schließlich kommt mit Google Adwords ja auch das weltweit wichtigste Werbekampagnentool aus dem eigenen Hause. Eine ungenügende Anbindung an ihre Webstatistiklösung käme einem Armutszeugnis gleich. Fraglich ist, ob sich der Betreiber eines einfachen Webshops in der erschlagenden Fülle von Daten und Statistiken überhaupt zu Recht findet.

Fazit

Piwik befindet sich noch im Betastadium. So vielversprechend es sich auch präsentiert, bis zur Version 1.0 ist es noch ein weiter Weg. Große Mankos sind die teilweise holprige Verwaltung von Plug-ins und Benutzern sowie eine erhöhte Serverauslastung bei Webseiten mit mehr als 100 000 Zugriffen pro Tag. Ab Version 0.5 sollte die Performance verbessert worden sein, was sich jedoch erst noch im Arbeitsalltag beweisen muss. Für Webseiten mit weniger Besuchern ist Piwik hingegen bereits jetzt schon eine interessante Alternative zu Google Analytics. Da beide Statistiklösungen parallel eingesetzt werden können, sollte der Umsteigeinteressierte zunächst zweigleisig fahren, um Stärken und Schwächen im direkten Vergleich kennen zu lernen.

Das wichtigste Argument für den Einsatz von Piwik ist sicherlich der Datenschutz. Die Zugriffsdaten und statistischen Auswertungen sind auf Ihrem Server gespeichert, auf den maximal noch Ihr Webhoster Zugriff hat. Darüber hinaus sollte man sich eines vergegenwärtigen: Um Konversionsraten, Abbrecherquoten und Bannerverdienste in von Google Analytics angebotener Fülle auszuwerten, bedarf es meist schon einer eigenen Marketingabteilung oder eines entsprechenden Dienstleisters. Und nicht jeder Webshopbetreiber kann oder möchte sich das leisten. Für überschaubare Aktionen wie Mailings oder Newsletterwerbung ist Piwik auf alle Fälle ein guter Einstieg in effizientes Onlinemarketing. Bleibt zu wünschen, dass sich die Piwik-Entwickler das Beste ihrer Gegenspieler Google und Yahoo! zum Vorbild nehmen. Die Piwik Roadmap verspricht jedenfalls vielfältige Verbesserungen und Erweiterungen bis zur Version 1.0 und darüber hinaus. Man darf gespannt sein.

Michael Sahm ist selbstständiger technischer Autor für Hard- und Softwaredokumentationen, Tutorials sowie Projekt- und Qualitätsmanagementthemen (www.projectant.de).

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Kommentare

Gravatar Konstantin M. 18.02.2010
um 15:41 Uhr
Habe schon öfter von Piwik gehört. Bisher bin ich aber noch bei Deutschlands Lieblingssuchmaschine geblieben. Danke für den ausführlichen Artikel. Eventuell werde ich Piwik auf einer kleinen Webseite probeweise einsetzen und mal schauen, ob es wirklich den Vergleich mit Google nicht scheuen braucht.

PS: Die Felder Name, E-Mail, Webseite und Spamschutz kann man ganz schlecht erkennen. Da sollten die Rahmen ein wenig dunkler sein.
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Gravatar RalleNL 25.03.2010
um 10:32 Uhr
Nicht schlecht, etwas gewöhnungsbedürftige Oberfläche aber funktionieren tut es ganz prima, kann ich empfehlen #zitieren
Gravatar ddarthgorn 16.07.2010
um 13:35 Uhr
Also ich arbeite seit 2 Jahren mit Piwik und finde das man die gute Api sehr hervorheben sollte.

Sie bietet gute Möglichkeiten um fast alles aus der Datenbank zu bekommen (schön aufbereitet und ohne Programmierkenntnisse).

Desweiteren benutze ich Piwik für mehrere Projekte die auch weit mehr als 1-5 Mio Unique-User besitzt (unsere Firmenseite z. B.).

Sie ist sauber und kann gut Archiviert werden.

Alles in allem zu empfehlen, obwohl sie noch nicht V1 erreicht hat läuft das System sehr stabil und ich gut mit Programmierkenntnissen erweiterbar.
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Gravatar (tw) 16.07.2010
um 13:57 Uhr
Ich hoffe, dass ich jetzt nicht zu viel verrate, aber wir sind gerade mit Piwik-Entwicklern wegen der im Oktober stattfindenden WebTech Conference im Gespräch; und in diesem Zusammenhang haben wir erfahren, dass V1 schon ziemlich bald fertig ist... #zitieren
Gravatar ddarthgorn 23.08.2010
um 19:03 Uhr
Das ist doch eine super Nachricht. Dann freue ich mich doch, wenn ich die im Milestones angeküdigten Funktionen noch in diesem Jahr benutzen kann.

Vielen Dank für diese Infomation
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Gravatar brautjungfernkleider 12.07.2011
um 09:43 Uhr
Ich hoffe, dass ich jetzt nicht zu viel verrate, aber wir sind gerade mit Piwik-Entwicklern wegen der im Oktober stattfindenden WebTech Conference im Gespräch; und in diesem Zusammenhang haben wir erfahren, dass V1 schon ziemlich bald fertig ist... #zitieren