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August 2009 | Artikel

Gegen die Wand: WordPress 2.8

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/php/artikel/2491)

Quo vadis, WordPress

Text: Thomas Wießeckel
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Die Hiobs-Botschaften wollen kein Ende nehmen. Erneut wurde eine Sicherheitslücke in WordPress 2.8 entdeckt – und wieder wird mit einer neuen Version dagegen gehalten. Version 2.8.4 which fixes all known problems is now available for download. Doch wie lange wird es dieses Mal gut gehen?

Die Ausgangssituation
Download
WP 2.8.4, 2,2 MB

Sieht man sich die Probleme an, mit denen WordPress die letzte Zeit zu kämpfen hat, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich bei der Entwicklung die ein oder andere Unachtsamkeit zu viel eingeschlichen haben könnte. Mal treibt der Speicherverbrauch die Server an den Rand der Belastbarkeit, dann haben registrierte User Zugriff auf die Optionsseiten von Plug-ins und Themes und um etwas Abwechslung in die Geschichte zu bringen sorgt eine XSS-Schwachstelle dafür, dass man ohne Umschweife aus dem Administrations-Bereich geworfen werden kann. Über die sonstigen Kleinigkeiten zum Auftakt von Chet Bakers vermeintlichem Siegeszug will ich im Moment gar nicht reden.

Wer dachte, dass sich mit Version 2.8.3 alles bessern würde, durfte sich gestern schnell eines besseren belehren lassen. Angreifer hatten eine Schwachstelle entdeckt, mit der man alle Sicherungen umgehen und das Passwort des Administrators zurücksetzen konnte.

Nun mag man sagen, dass einige der Fehler nicht sonderlich schwerwiegend seien. Höchstens nervig. Und dass solche Kleinigkeiten eben schon einmal vorkommen können.

Die Zukunft

Das mag für einige der Fehler durchaus richtig sein. Für andere kann das jedoch nicht gelten. Man sollte anfangen, sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Ist die Architektur hinter WordPress bereit für all die Entwicklungen, die sich in den Köpfen der Entwickler zu manifestieren beginnen? Ist der Code stabil und sauber genug, um den Schritt der Vereinigung von Blog und MU-System in Richtung richtiges CMS zu wagen? Oder haben die Kritiker recht, und es wird Zeit, WordPress in seinen Grundfesten zu überdenken?

Zwei mögliche Szenarien warten auf die Anwender. Im ersten entwickelt sich WordPress weg vom schlanken Weblog-System, dass es einst war. Es wird immer mächtiger, in dem es von Haus aus mit immer mehr Funktionen ausgestattet wird. Damit würde es früher oder später in Konkurrenz treten mit TYPO3, Drupal, Joomla! und Co. Und, sind wir mal ehrlich, dort oben könnte die Luft dünn werden.
Im zweiten Szenario könnte man den immer lauter werdenden Stimmen der Community Gehör schenken und eine schlanke Version anbieten, die nur das macht, was man von einem Blog erwartet. Doch ein WordPress Light würde sicherlich nur neben einem normalen WordPress existieren. Zwei zu pflegende Versionen – wo man jetzt doch anscheinend mit einer schon so seine Schwierigkeiten hat?

Augen zu und durch?

Zugegeben: WordPress macht Spaß. Man hat sich schnell reingefunden und kann wirklich sehenswerte Ergebnisse damit erzielen. Solange man keinen Blick unter die Haube wirft oder anfängt, sich über die Zukunft Gedanken zu machen, hat man wirklich ein tolles System zur Hand.

Aktuell scheint es jedoch, als brauche man Nerven aus Stahl und einen Leitsatz, der einen durch die komisch anmutenden Zeiten von WordPress hilft. Man kann nur hoffen, dass die Entwickler einen Weg finden, die Situation in den Griff zu bekommen. Sehr viele Fehler kann man sich wohl nicht mehr erlauben, bevor man Angst haben muss, dass die Community den Aufstand probt. Da nutzt es auch nichts, dass es im Stammesgebiet, in dem WordPress zweifelsohne die Rolle des Platzhirsches einnimmt, kaum Wilderer gibt, die das Potenzial in sich tragen, zu einer ernsthaften Konkurrenz zu avancieren. Zumindest noch nicht.

Bis Besserung in Sicht ist, hält man es am besten mit Jules Winnfield. WordPress hat eine große Community und Entwickler, die schnell auf alle Fehler reagieren. Man weiß zwar, dass es nicht Perfekt ist – aber irgendwer da draußen wird schon seine schützende Hand über das Projekt legen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.Psalm 23

Kommentare

Gravatar tboley 12.08.2009
um 12:50 Uhr
Mein Lieblings-Psalm :-) Aber zum Thema: WordPress wird von Menschen gemacht, Menschen machen Fehler. So ist das nun mal. 100% fehlerfrei Software ist etwas, was es daher wohl nie geben wird.
Grundsätzlich stimme ich dir aber zu, dass sich die Entwickler über die künftige Richtung von WordPress Gedanken machen müssen - und ja, oben ist die Luft tatsächlich dünner, zumal WP keine (was auch nicht so gewollt ist) echte Template-Engine hat / verwendet. Statt immer neuer Features, so sehe ich das, wäre es sinnvoll, sich, wie es so schön heisst, auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.
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Gravatar Gargol Polauz 12.08.2009
um 14:22 Uhr
Was soll denn heissen, es gäbe keine Alternative? So ein Quatsch sondergleichen, es gibt Alternativen wie Sand am Meer, es gibt nur zu viele Idioten, die immer dem Trend hinterherhecheln und nicht selber denken. #zitieren
Gravatar Trepper 13.08.2009
um 15:20 Uhr
Die Entwickler von WordPress haben schlicht falsche Prioritäten gesetzt. In bester PHP-Manier haben sie quick&dirty ein oberflächlich gutes Blog-System entwickelt. Aber hinter der Fassade steckt kein solides Bauwerk, wie sich nun immer wieder zeigt.

Es hilft auch nicht, immer neue Löcher auszubessern, denn die ganze Architektur muss geändert werden. Damit könnte auch gleich das Problem, dass viele nur ein schlankes Blog-System brauchen, gelöst werden. Das Stichwort lautet: Modularität.

Ds hilft nur ein kompletter Neuanfang.
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Gravatar Gerriet 14.08.2009
um 13:44 Uhr

Gargol Polauz:
Was soll denn heissen, es gäbe keine Alternative? So ein Quatsch sondergleichen, es gibt Alternativen wie Sand am Meer, es gibt nur zu viele Idioten, die immer dem Trend hinterherhecheln und nicht selber denken.


was für alternativen gibt es denn neben WP ?
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Gravatar Kollege R. 14.08.2009
um 14:17 Uhr
Spontan wäre mir jetzt was eingefallen. Dann habe ich mir aber gedacht, dass es mit WordPress in etwa wie mit Windows ist. Jeder kennt es, jeder findet sich schnell damit zurecht und die meisten bekommen es auch zum Laufen, selbst ohne nähere Programmierkenntnisse. Viele Hoster bieten ein WP sogar vorinstalliert an.

Und jetzt zu den Alternativen. Das wäre dann, dem Vergleich folgend, die Linux-Klasse. Funktioniert, kann viel und wenn noch ein paar Fachkenntnisse hinzukommen wirklich eine 1A-Alternative. Aber hat die Masse der User diese Fachkenntnisse? Braucht die Masse der User all die Möglichkeiten?

Und das die Menschen Windows wegen der paar Sicherheitslücken ab und an, wegen der paar Architekturfragen und Designentscheidungen (IE6) abgeschworen hätte, hab ich noch nicht bemerkt.

Nein, echte Alternativen zu WordPress sehe ich keine. Keine, die genau diesen Markt ansprechen würden oder könnten. Traurig (was aber nicht heißen soll, dass man nicht genau deshalb sich mal mit anderen Angeboten zum Thema auseinandersetzen sollte).
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