Integrierte Entwicklungsumgebungen orientierten sich jahrzehntelang am Fenster-Paradigma grafischer Betriebssysteme. Irgendwie hielt man dieses "Windows"-Prinzip ja wohl in den späten Achtzigern, frühen Neunzigern für einen Fortschritt gegenüber rein textuellen Betriebssystemen. Aber ist das Fenster-Prinzip wirklich der Weisheit letzter Schluss?
"Fenster sind out – Bubbles sind da", so lautet die Botschaft des Entwicklerteams von "Code Bubbles", einem IDE-Prototypen, der die Benutzerführung in eine neue Dimension der Produktivität führen möchte. Statt mit statischen Fenstern zu arbeiten, bedient man sich im "Code Bubbles"-Projekt voll editierbarer und interaktiver "Blasen", die auf einem erweiterbaren, zweidimensionalen virtuellen Raum schweben und frei miteinander verknüpft werden können. Die Blasen haben den Vorteil, Fragmente (etwa Code Snippets, Methoden, Variablensets, Javadocs) platzsparend darzustellen und sich nicht zu überschneiden, sodass gerade auf großdimensionierten Bildschirmen stets alles im Blick bleibt.
Eine quantitative Studie soll belegen, dass das "Bubble"-Prinzip eine signifikante Performanz-Steigerung beim Entwickeln, Verwalten und Verstehen von Programmiercode bringt. Doch Worte helfen an dieser Stelle nicht mehr weiter. Das Bubble-Paradigma muss man sehen, um es zu lieben:
Das Code-Bubbles-Projekt wird am Department of Computer Science der US-amerikanischen Brown University in Providence (Rhode Island) entwickelt und soll vom Entwicklerteam Andrew Bragdon, Steven P. Reiss, Robert Zeleznik, Suman Karumuri, William Cheung, Joshua Kaplan, Christopher Coleman, Ferdi Adeputra und oseph J. LaViola Jr. ausführlich vorgestellt werden in: Proceedings of the 32nd International Conference on Software Engineering (2010).
Eine Eclipse-basierte Beta-Version von Code-Bubbles, die mit jedem existierenden Eclipse-Projekt zusammenarbeiten soll, steht bereits zur Verfügung.




