Interview

Mittwoch, 24. Juni 2009 | Interview

Wer kümmert sich eigentlich um die Downloads bei Eclipse? Das EPP-Projekt!

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/049532)

Markus Knauer

JAXenter: Hallo Herr Knauer. Sie sind Project-Lead des Eclipse Packaging Projekts EPP. Können Sie kurz beschreiben, worum es bei EPP geht?

Markus Knauer: Seit dem Europa Release vor zwei Jahren produziert das EPP-Team alle Downloads, die es auf der Eclipse Downloadseite unter http://www.eclipse.org/downloads/ gibt. Die Grundidee von EPP war und ist, die Ergebnisse der vielen Eclipse-Projekte für Endbenutzer einfacher konsumierbar zu machen. Ich denke, dass wir zusammen mit den Package Maintainern, allesamt Project-Leads von anderen Eclipse-Projekten, diesem Ziel wieder ein Stück näher gerückt sind.

JAXenter: Sie sagen, EPP möchte die Eclipse-Projekte leichter konsumierbar machen. Können Sie hierfür ein Beispiel nennen?

Markus Knauer: Wenn früher zum Beispiel ein PHP-Entwickler Eclipse als Werkzeug für seine tägliche Entwicklungsarbeit nutzen wollte, musste er auf die Downloadseite des Eclipse-Plattform-Teams gehen, dort ein großes Archiv herunterladen, sich auf anderen Webseiten mühsam die Informationen zusammensuchen, wie und woher er die nötigen Tools für PHP bekommt. Mit EPP gelangt er über die zentrale Downloadseite der Eclipse Foundation direkt zu einem Paketdownload, der genau das und nur das enthält, was er für die PHP-Entwicklung braucht.

Dies ist nur ein möglicher Weg, wie wir von EPP versuchen, neuen Benutzern den Einstieg in Eclipse zu erleichtern.

JAXenter: Welche Neuerungen bringt Galileo für das Eclipse Packaging Projekt mit sich?

Markus Knauer: Zum einen gibt es zusätzlich zu den schon mit Ganymede erstellten Paketen zwei neue: Zusammen mit der Eclipse Mobile Industry Working Group haben wir ein Paket names Pulsar gebaut, das der Entwicklung von Applikationen für mobile Endgeräte gewidmet ist. Das andere neue Paket ist, wie schon oben erwähnt, für PHP-Entwickler gedacht und avanciert schon vor dem eigentlichen Release zum meistgenutzten Paket.

Zum anderen wurde der Build-Prozess für die Pakete auf die im letzten Jahr eingeführte Provisioning Technologie p2 umgestellt. Dies war ein extrem wichtiger Schritt, der es uns erlaubt, die Pakete noch besser für die Endbenutzer zu machen. Außerdem konnten wir so sehr einfach zusätzlich Pakete für Mac OS X Cocoa anbieten.

JAXenter: Wie wird EPP perspektivisch weiterentwickelt? Wohin führt der Weg zu e4?

Markus Knauer: Ich denke, wir werden eine weitergehende Modularisierung, aber auch Spezialisierung der Pakete sehen, vor allem durch die neuen Möglichkeiten, die uns p2 bietet. Auch arbeiten wir an einer interaktiven Möglichkeit, sich den Inhalt seiner Eclipse-Installation nach seinen eigenen Ansprüchen on-the-fly zusammenzustellen. Sichtbar ist dies schon jetzt mit dem EPP Wizard.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Markus Knauer arbeitet als Eclipse-Entwickler und Consultant bei EclipseSource. Er leitet das Eclipse Packaging Project (EPP), ist Co-Project Lead des g-Eclipse-Projekts und Mitglied des Eclipse Planning Councils und des Eclipse Architecture Councils. Er ist begeisterter Anhänger von Open-Source-Technologien und fasziniert von den Möglichkeiten, die eine Cloud Computing Platform für zahlreiche Eclipse-Projekte bietet.

(hs)

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