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Dienstag, 28. April 2009 | News

"Weniger ist manchmal mehr"

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/048558)

Marc Teufel

Als ich zwischen den Sessions der JAX 2009 die Rheingoldhallen kurz verließ, um nach Luft zu schnappen (ja, ich war davor in Michael Johanns JRuby-Session) und mit meiner Frau zu telefonieren (im Gegensatz zur Telekom konnte ich dank Vodafone an diesem Tag problemlos telefonieren) sprach mich ein älterer Mann an: "Sie, können Sie mir vielleicht sagen, was das hier für eine Veranstaltung ist? Ich sehe überall die vielen Menschen mit den grünen (grünen?) Schildchen".

Als ich dann versucht habe, dem Mann zu erklären, um was für eine Veranstaltung es sich bei der JAX handelt, merkte ich sehr schnell, dass dem Mann nicht so recht klar werden wollte, wovon ich überhaupt sprach. Also habe ich ihm einfach gesagt, dass sich hier viele nette Leute treffen und sich bezüglich ihrer Arbeit, nämlich dem Schreiben von Computersoftware, austauschen. Da hat er es begriffen. Weniger ist halt manchmal mehr.

Die diesjährige JAX stand für mich ganz im Zeichen von Webanwendungen. So hatte ich dieses Jahr endlich einmal die Gelegenheit, mir einige Vorträge von Mr. Tomcat (aka Peter Rossbach) anzusehen. Seine Art und vor allem die schonungslose Ehrlichkeit, die er während seiner Sessions an den Tag legte, gefiel mir sehr. So erwähnte Peter in seiner Session "Die neuen Wege des Servlet API 3.0", dass "weniger eben manchmal auch mehr ist" und es zwar nicht in allen, aber sicher in vielen Projekten sinnvoll ist, anstelle vieler Abhängigkeiten und dem Einsatz großer, komplizierter Web Frameworks sich auf Standards wie Servlet API, JSPs oder JSF zu besinnen. Recht hat er, weniger ist manchmal einfach mehr!

Gleiches Szenario auch in Stefan Tilkovs Session "Lightweight SOA". Warum viele Lizenzgebühren für teure Software und deren Wartung ausgeben, wenn man sich mit Hilfe von diversen Open-Source-Projekten relativ günstig und einfach eine überschaubare SOA aufbauen kann? Warum abstrahieren wir Java-Entwickler immer soviel? Muss es immer und in jedem Fall beim Datenzugriff OR-Mapping sein oder reicht manchmal nicht einfach auch JDBC? Wieso brauche ich, um ein XML-Dokument zu durchsuchen, APIs wie JAXB, wenn ich doch mit einfachen XQuery-Abfragen ebenso schnell durch ein XML-Dokument komme. Recht hat er, weniger ist manchmal wirklich mehr.

Allein wegen der Session "Mit OSGi Webanwendungen entwickeln" hat sich der Besuch der JAX für mich in diesem Jahr gelohnt. Die einzelnen Ansätze, wie man Webanwendungen mit OSGi umsetzt, kannte ich größtenteils zwar bereits, toll fand ich jedoch, dass sich Gerd Wütherich und Martin Lippert mit Peter Rossbach einen kritischen Speaker an Bord geholt haben, der das Thema dann auch eher nüchtern betrachtete. Er kam letztlich zum Schluss, dass man mit der Migration großer Webprojekte auf OSGi lieber noch warten sollte, bis sich eine der, sicherlich guten, Ideen durchgesetzt hat oder ein Standard definiert wurde.

JAX 2009 - Für mich, wie schon in den Jahren zuvor, viele interessante Sessions, gute Gespräche, Fortbildung eben, die Spaß macht! Ich komme gerne wieder.

Herzlichst,

Ihr Marc Teufel

Marc Teufel arbeitet als Softwareentwickler bei der hama GmbH & Co und ist dort für die Entwicklung großer Java-Anwendungen im Logistikzentrum zuständig. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel zu Java und .NET, hat zwei Bücher zu Apache Axis publiziert und spricht regelmäßig auf Fachkonferenzen. Unter www.teufel.net ist er im Web zu erreichen.

(hs)

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Kommentare

Gravatar Martin Wildam 28.04.2009
um 09:17 Uhr
Das Prinzip Keep-It-Simple (K.I.S.S.) ist ja nicht neu und ich habe mich seit ich mich das erste Mal mit Java im Enterprise-Bereich beschäftigt habe, warum manche Dinge so verkompliziert werden... #zitieren

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