Ist es seltsam für einen Weinliebhaber, sich mehr Flaschen des guten Tropfens zuzulegen, als er jemals drinken kann? Eigentlich nicht! Dann ist es doch auch nicht seltsam für einen passionierten Entwickler, sich mehr Sprachen anzueignen, als er jemals produktiv in einem Projekt einsetzen kann, oder?
Diesen Vergleich zieht Andy Dent in seinem Blog, in dem er sich als altgedienter C++-Guru die Frage stellt, was ihn eigentlich davon abhält, sich mit seinem aktuellen Programmiersprachen-Bildungsstand zufrieden zu geben und sich die nächsten 20 Jahre bis zu seiner Rente nur noch mit C++ und Legacy-Systemen zu beschäftigen.
Should I stop worrying about trying to keep up with new trends in language design and assume C++ will see me out? Andy Dent
Auch im Jahre 2020 werde man noch mit C++-Systemen zu kämpfen haben - und wer da mit einem langen grauen Bart daherkomme, habe sicherlich einen Glaubwürdigkeitsvorsprung gegenüber den jungen Horden flippiger Game-Programmierer.
Alles Polemik? Ein bisschen wohl schon. Doch interessant dürfte Dents Unterscheidung sein zwischen der erfahrenen Inspiration bei einer schon relativ flüchtigen Beschäftigung mit einer neuen Sprache und der tatsächlichen Internalisierung einer Sprache bis zu dem Punkt, an dem man eine wirkliche Produktivitätssteigerung erlangt.
I should draw a clear line between occasionally studying a language for interest or to see some idioms that might help you think differently and internalizing a language to the point where you can work fluidly in it at a high level of performance and expertise. Andy Dent
Wetten, dass zum Schluss doch wieder der Sammlergeist eines wahren Programmiersprachen-Feinschmeckers die Oberhand behält?
I don't think I'll be able to resist the temptation to go peek at new goodies :-) Andy Dent




