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Montag, 5. Oktober 2009 | News

"Scala hilft, auch in Java besser zu programmieren"

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/051663)

Arno Haase

In fünf Wochen ist es soweit: In München startet die siebte W-JAX im Westin Grand München Arabellapark. Wie immer darf man sich auf viele interessante Special Days freuen, darunter auch den Scala Day. Wir sprachen mit dem Organisator des Tages, Arno Haase, über Gegenwart und Zukunft von Scala, und über Sprachvielfalt allgemein.

JAXenter: Es zeichnet sich ab, dass Scala zu einem zentralen Element der Java-Welt wird. Vor allem ihre Multi-Threading-Fähigkeit macht die Programmiersprache sehr attraktiv. Welches sind aus deiner Sicht die Gründe für den Erfolgskurs?

Arno Haase: Scala ist eine moderne Sprache mit Unterstützung für funktionale Programmierung, Closures, Pattern Matching. Es hat Typ-Inferenz, so dass man kompakten und gut lesbaren Code schreiben kann, ohne auf statische Typprüfung verzichten zu müssen. Außerdem gibt es leistungsfähige Bibliotheken und sehr gute Integration mit Java. Das wirklich Besondere ist aber, dass das Sprachdesign von Scala elegant und aus einem Guss ist: Es gibt relativ wenige Sprachkonzepte, die gut zusammenspielen, und wenn man die einmal verstanden hat, dann gibt es wenig Überraschungen. In diesem Sinne ist es z.B. leichter als Java.

JAXenter: Sollte man als Entwickler heute Scala lernen, um in ein paar Jahren mithalten zu können?

Arno: Java wird sicher auch in einigen Jahren noch weit verbreitet sein. Aber Scala ist dabei, sich einen Teil des Java-Marktes zu erobern, und ganz abgesehen davon hilft die Kenntnis von Scala dabei, auch in Java besser zu programmieren.

JAXenter: Könnte Scala Java (die Programmiersprache) eines Tages ablösen oder wie siehst du das zukünftige Verhältnis zwischen Java-Sprache und Scala?

Arno: Java abzulösen ist ein sehr großer Anspruch, und ich sehe nicht, dass das in absehbarer Zeit passiert. Dafür ist Java einfach zu weit verbreitet. Aber es gibt seit ein paar Jahren den Trend, dass die JVM immer mehr Ausführungsplattform für eine Bandbreite an Sprachen und nicht mehr nur für Java ist. Dadurch kann man verschiedene Sprachen leichter kombinieren, ein Wechsel zu einer anderen Sprache kann sanfter passieren. Und da sehe ich großes Potential für Scala.

JAXenter: Was ist deine Meinung allgemein zum polyglotten Programmieren? Wieviel Sprachenvielfalt verträgt man deiner Meinung nach?

Arno: Mehrere Sprachen zu kennen erweitert den Horizont und hilft dadurch, zu einem besseren Programmierer zu werden. Die Pragmatic Programmers empfehlen, jedes Jahr eine neue Programmiersprache zu lernen, und ich halte das für einen guten Rat. Klar kann man nicht jede Sprache bis in die Tiefen beherrschen, aber es ist spannend und nützlich, die selben Probleme immer wieder einmal aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

JAXenter: Der Scala Day auf der W-JAX wird sicherlicher heißt begehrt sein – welche Themen können die Besucher erwarten?

Arno: Der Scala Day beginnt mit einer Einführung in die Sprache, die man ohne Scala-Vorwissen verstehen kann. Außerdem gibt es einige Talks, die Scala-Lösungen für verschiedene Bereiche der Programmierung vorstellen, z.B. Multithreading oder Web-Programmierung. Und dann gibt Martin Odersky, der Vater von Scala, noch einen Blick hinter die Kulissen. Es gibt also eine Vielzahl an Themen, und es ist sicher für jeden etwas dabei.

Arno Haase ist selbständiger Softwarearchitekt aus Braunschweig. Er ist eines der Gründungsmitglieder von se-radio.net, dem Software Engineering Podcast. Außerdem spricht er regelmäßig auf Konferenzen und ist Autor diverser Artikel und Patterns sowie Coautor von Büchern über JPA und Modellgetriebene Softwareentwicklung. Kontakt: Arno.Haase[at]Haase-Consulting.com.

(cf)

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