Serviceorientierte Architektur (SOA) ist ein Konzept für IT-Systeme in Unternehmen und Organisationen, mit der Geschäftsprozesse und Dienste besser und strukturierter genutzt werden können. Schon seit Jahren ist das Thema im Gespräch. Doch so aktuell und wichtig diese Materie gerade im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise ist: Bislang ist die Literatur zum Thema überwiegend theoretisch ausgerichtet und oft praxisfern.
Dem will nun der Software & Support Verlag mit einem SOA-Spezial Magazin Abhilfe schaffen und bietet auf über 116 Seiten mit "SOA Spezial: Ready for Change" eine umfassende Einführung in dieses Gebiet. Großer Wert wurde dabei auf die Praxisnähe gelegt. Die fünf Autoren verfügen über jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet.
Das Magazin richtet sich nicht nur an Software-Architekten, sondern auch an Führungskräfte aus der Wirtschaft, die in dem Heft eine ausführliche Entscheidungshilfe bei der Wahl und Umsetzung eines effizienten und kostenorientierten IT-Systems finden.
Im Gespräch mit der Redaktion berichten die Autoren Berthold Maier, Hajo Normann, Bernd Trops, Clemens Utschig-Utschig und Torsten Winterberg vom Ursprung der Artikelserie und die Zukunft von SOA.
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Wie seid ihr auf die Idee gekommen, diese Artikelserie zu schreiben und dafür das Motto "SOA aus dem wahren Leben" zu wählen?
Hajo: Wir kennen uns nun schon seit vielen Jahren, haben uns in der einen oder anderen Konstellation immer wieder in Projekten getroffen. Es gab nicht viele Personen in Deutschland, die tiefgreifende Erfahrung im SOA Umfeld gesammelt und gleichzeitig die Bereitschaft und Leidenschaft zu tiefgreifenden Diskussionen und der Weitergabe von Wissen teilten. Also hat sich eine natürliche Anziehungskraft ergeben, die sich glücklicherweise, in vielen gemeinsamen Projekten und auf Konferenzen und Ausflügen zu Freundschaften entwickelt hat, ich treffe diese Jungs wirklich gerne! Dann hat Jürgen Kress, verantwortlich für die SOA Partner Community bei Oracle, eine unvergleichliche Gabe, Menschen an netten Orten zusammenzubringen, er ist unser guter Geist im Hintergrund, findet immer eine Lösung.
Torsten: Jürgen schreibt zwar nicht mit, ist aber unverzichtbares Mitglied in unserem Team. So war er es auch, der uns alle fünf 2007 auf einer Berghütte bei Innsbruck zusammenbrachte, wo wir die Grundsteine für die gesamte Artikelserie gelegt haben. Das waren drei hochproduktive Tage, an denen bis spät in die Nacht am Kaminfeuer diskutiert und gestritten wurde, nur unterbrochen von kurzen Motivationspausen, z.B. mit Schneeschuhwandern.
Bernd: Hier stellte sich dann auch heraus, dass wir in unseren jeweiligen Projekten alle ähnliche Diskussionen führen, wir lernten in der Gruppe, welche Themen "heiss" sind. Clemens: Die Idee war geboren, unsere Ideen von "SOA aus dem wahren Leben" niederzuschreiben. Nicht als die Erkenntnisse eines einzigen – sondern als Verdichtung unserer gemeinsamen Erfahrungen und bewiesenen Lösungswege, mit dem Wissen aus fünf unterschiedlichen Firmen und unzähligen Projekten.
Wagt ihr einen Ausblick auf die Zukunft von SOA?
Hajo: SOA wird sich differenzieren. Dies ist ein wichtiger roter Faden in den Artikeln: Eine lokale Problemlösungs-SOA etwa zur Verbesserung eines bestimmten Arbeitsablaufes benötigt ganz andere Methoden und Werkzeuge als eine unternehmensweite Migration der Systemlandschaft Richtung Serviceorentierung.
SOA stellt lose Kopplung in den Mittelpunkt. Wir sehen aber heute schon, dass dieses Konzept oft ähnlich unangewandt bleibt wie das Konzept der Daten- und Funktionskapselung in der Objektorientierung. Vielleicht ist lose Kopplung auch nicht kompatibel mit der Art wie Menschen arbeiten.
Berthold: Und es ist für viele Entwickler und Abteilungsleiter zu herausfordernd, die gewohnten Denkmuster abzustreifen und die neue Wege ernsthaft zu bestreiten.
Hajo: BPM, ein wichtiger Aspekt von SOA, steckt noch in den Kinderschuhen. Wenn die Werkzeuge wirklich durchgängig Modell- und Code-Roundtrip ermöglichen, wird dies einen weiteren Schwung in die SOA bringen.
Torsten: In diesem Zusammenhang wird dann auch das Akronym SOA in den Hintergrund treten oder gar verschwinden. Egal wie wir es dann nennen, die Grundkonzepte werden bleiben und sich in veredelter Form mit neuem Namen weiter etablieren.
Berthold: Transaktionssicherheit stellt in einer SOA immer noch die größte Herausforderung dar. Erst wenn die WS-Transaction Spezifikation von allen Herstellern aufgegriffen wird und die Werkzeuge und Frameworks sie interoperabel unterstützen, kann das Design von geschäftskritischen Anwendungen komplett auf dem SOA-Paradigma angewandt und das Versprechen einer echten serviceorientierten Anwendungslandschaft Wirklichkeit werden.














