Am 3. März haben sich ca. 100 Interessierte in der "Alten Scheuer Degerloch" in Stuttgart zur Spring Release Party getroffen. Die ganztätige Veranstaltung wurde von der Java User Group Stuttgart organisiert.
Präsentiert wurden Vorträge zu Produkten rund um Spring. Die Eröffnung machte Eberhard Wolff mit seinem Vortrag zum Spring Portfolio. Er startete mit Spring Dynamic Modules for the OSGi Platform. Durch die Unterstützung von Spring in OSGi-Containern ergeben sich neue Möglichkeiten zur Modularisierung von Anwendungen – wobei gleichzeitig die Module einzeln hoch und runter gefahren werden können und so auch dynamische Updates von Teilen der Anwendung möglich sind. Daraufhin wurde Spring Integration vorgestellt, das die typischen Pattern aus der EAI-Welt unterstützt und die Implementierung im einfachsten Fall auf einige Annotations reduziert. Der Vortrag schloss mit der Vorstellung der SpringSource Subscriptions. Diese umfassen den bekannten Support für die SpringSource Tool Suite, eine eigene Eclipse-Distribution mit einigen Erweiterungen, die Application Management Suite und das Advance Pack for Oracle. Des Weiteren enthalten die Subscriptions neuerdings Unterstützung für Tomcat und einige andere Apache-Projekte, die aus der Akquisition von Covalent herrühren, einem führenden Dienstleister in diesem Bereich.
Jürgen Höller, der Projektleiter Spring Core, stellte dann die wichtigsten Neuerungen im Spring 2.5 Release vor. Er beschrieb Spring erst als Anwendungslaufzeitumgebung mit minimalen Anforderungen, gleichzeitig erwähnte er aber auch die herstellerspezifischen Erweiterungen. Die Spring Laufzeitumgebung erkennt nicht nur automatisch, ob es in einer neueren virtuellen Maschine läuft (Java 6 SE), sondern bietet inzwischen Erweiterungen bzw. Anpassungen für Application Server von BEA und IBM.
Spring führt mit der Version 2.5 Konfigurationsannotationen ein. Diese sind in der Tat ein Meilenstein in der Entwicklung von Spring und vereinfachen die Integration mit den neuen Java EE Spezifikationen, die die annotationsbasierte Konfiguration bereits beherrschen. Annotationsbasierte Konfigurationen sind in der Java Community sehr umstritten. Umso wichtiger hier die Aussage, dass Spring beide Welten beherrscht und dass ein Programmiermodell das andere nicht ausschließt. So bietet Spring heute bereits annotationsbasierte Entwicklung für Application Server, die noch nicht Java EE 5 beherrschen, aber bereits einen JDK 5.0 anbieten. Prominentes Beispiel hier ist IBM Websphere 6.1 oder auch Umgebungen wie der Tomcat-Web-Server.
Darauf folgte der Vortrag von Mike Wiesner, der über das 2.0 Release von Spring Security sprach. Aktuell ist die Vorabversion 2.0.0M2. Ein Datum für die endgültige Version ist noch nicht bekannt - hinter vorgehaltener Hand wird April genannt. Spring Security ist ein Rebranding des Security Frameworks Acegi. Auf konzeptioneller Ebene liegt Acegi sehr nahe an Grundideen des Springframeworks: Entkopplung von Programmiermodell und Infrastruktur, Nutzung von AOP Techniken, dünne Integrations- Schicht zu konkreten Security-Infrastrukturen wie zum Beispiel Authentifizierung mit Kerberos.
In dem Vortrag erläuterte Mike Wiesner die Konzepte von Spring Security und ging auf Neuerungen der Version 2.0 ein. Wichtigste Änderung ist sicher die neue XML-Schema Definition, mit der die Konfiguration vereinfacht werden soll. Außerdem unterstützt Spring Security nun auch neben den eigenen Annotation JSR 250 (@RolesAllowed).
Arjen Poutsma als Projektleiter von Spring Web Services zeigte sodann in seinem Vortrag die "Contract First" Vorgehensweise an einem Beispiel und besprach anschließend die Neuerungen für Version 1.5. Diese setzt auf @Component von Spring 2.5, JDK 1.6 Features (falls vorhanden) und kann JMS oder E-Mail als Transportschicht verwenden. Die Transportschichten können ohne Änderungen im Quelltext ausgetauscht werden und auch hier gibt es einen Spring-WS Namespace für vereinfachte XML Konfiguration.
Fazit
Die Spring Release Party war eine Party ohne Release: Spring Framework 2.5 ist bereits im November 2007 erschienen, andere Produkte aus dem Portfolio stehen erst kurz vor der Veröffentlichung. Es gibt dennoch viel zu erzählen. Das Spring-Framework sorgt mit der Version 2.5 mit den Annotations und anderen Erweiterungen für Gesprächsstoff. Des Weiteren sind die Vorabversionen der vorgestellten Produkte aus dem Spring-Portfolio soweit gereift, dass ein Ausblick sehr interessant ist. Spannend wird es sicher auch auf dem speziell eingerichteten Spring Day, der am 22. April während der diesjährigen JAX stattfindet. Dort kann man einige der genannten Speaker treffen sowie sein Wissen rund um Spring erweitern.
Die wohl wichtigste Neuerung in Spring quer durch die Bank ist, dass Annotationen jetzt Teil des Programmiermodells sind. Spring kupfert hier nicht die Java EE 5 Spezifikation ab. So vermeidet es die Fehler dieser Spezifikation und erweitert die eigenen, bewährten Konzepten passend. Selbst mit Annotations wird "Dependency Injection" gelebt. Und wem Annotations nicht schmecken, der kann nach wie vor die Konfiguration in XML vornehmen. Beide Programmiermodelle schließen sich zudem nicht aus. Mit dieser Release Party wurde auch die Nähe zur Community praktiziert. Es war eine nette Gelegenheit, mit Menschen zu reden, die man sonst nur aus Foren kennt.
Papick Taboada




