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Montag, 27. April 2009 | News

OSGi für Web-Anwendungen: "Licht am Ende des Tunnels"

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/048553)

Ein Workshop, ein Special Day, ein Expert Day und in der Summe 23 Sessions zu OSGi. Man müsste meinen, wir schreiben über eine OSGi Konferenz, aber wir berichten über die JAX. Schon die pure Anzahl an Sessions gibt einen Eindruck über den Stellenwert von OSGi. Aber auch der JAX Flurfunk zeigt, dass OSGi mittlerweile im Java-Mainstream angekommen ist. Eine Vielzahl der Gespräche richteten sich nicht mehr um die Konzepte oder die Einführung von OSGi, sondern um konkrete Probleme:

"Wie schneide ich meine Anwendung?", "Wie baue ich Web-Anwendungen mit OSGi?" oder "Wie integriere ich OSGi?"

Auch wenn wir große Verfechter von OSGi sind, freut es uns, dass wir nicht mehr so viel über OSGi als Idee reden, sondern uns über konkrete Probleme kümmern können. Wobei "Probleme" das richtige Wort ist, wenn wir über den Einsatz von OSGi für Web-Anwendungen sprechen. Ernüchtert müssen wir feststellen, dass im Laufe des vergangenen Jahres praktisch keine technologischen Fortschritte erzielt wurden, um wirklich praktikabel Web-Anwendungen mit OSGi zu realisieren. Die Probleme mit existierenden Web-Frameworks bleiben, die Einbettung in existierende Server-Infrastrukturen bleibt krude und eingeschränkt. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, der Vortrag über Glassfish gibt Hoffnung, aber es bleibt noch ein gewisser Weg zurückzulegen, bevor die Technologie fertig für den High-Performance-Einsatz ist.

Natürlich gab es auf der JAX noch viele andere interessante Themen und Gespräche. Neben den dynamischen Sprachen und Frameworks rund um Rails / Grails scheint vor allem Scala auf dem Vormarsch. Unser persönliches Highlight war der Talk von Ted Neward "Busy Java Developer's Guide to Scala". Der Talk von Ted war sehr unterhaltsam und gibt uns einen weiteren Grund, Scala endlich mal näher anzuschauen - insbesondere nachdem wir gelernt haben, dass Lift (das bekannteste Scala Webframework) in seiner nächsten Version OSGi Unterstützung plant.

Neben den klassischen Vorträgen wurde am Montag auf dem Agile-Day ein neues Präsentationsformat ausprobiert: Pecha Kucha. Dieses vor allem aus dem (echten) Architektur-Bereich bekannte Format zwängt die Vortragenden in ein enges Korsett aus 20-Folien à 20 Sekunden und bringt sie so dazu, in kurzer Zeit die wesentlichen Punkte rüberzubringen. Das Ergebnis am Montag war durchwachsen: Einige der insgesamt sechs Pecha-Kucha-Vorträge waren unterhaltsam und flott, andere eher mühsam oder gehetzt. Es zeigte sich, dass solche Vorträge völlig andere Herausforderungen an die Speaker stellen. Sehr spannend! Wäre schön, dieses Format auf der nächsten JAX wiederzusehen, auch für andere Themen als nur Agile.

Insgesamt war die JAX mal wieder ein durch und durch gelungenes Event. Es gibt natürlich immer Optimierungspotenzial ("Wohin gehen wir heute essen?") aber auch viele Neuerungen, auf denen man aufbauen sollte ("Es ist doch alles Rheingold was glänzt.").

Wir möchten uns abschließend noch bei allen Legobauern bedanken. Wir hatten eine Menge Spaß und einige interessante Gespräche an unserem Stand. Wenn Ihr die Animation sehen wollt, schaut doch mal auf www.it-agile.de vorbei.

Bis nächstes Jahr

Martin und Matthias

Martin Lippert ist Senior-IT-Berater bei der akquinet it-agile GmbH in Hamburg. Er hat mehrjährige Erfahrung aus agilen Softwareprojekten als Projektleiter, Entwickler und Coach. Er ist Autor zahlreicher Artikel und Tagungsbeiträge über agile Softwareentwicklung, Eclipse-Technologien und Refactoring sowie von Büchern über eXtreme Programming und Refactoring.

Matthias Lübken ist Senior Softwareentwickler bei der akquinet it-agile GmbH in Hamburg. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung mit agilen Softwareprojekten und arbeitet als Coach und Trainer für Scrum und Extreme Programming. Darüber hinaus ist er Experte für Eclipse-RCP und OSGi-Technologie und Koautor des Buchs "Die OSGi-Serviceplattform".

(hs)

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