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Montag, 27. April 2009 | News

Letzter Tag auf der JAX

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/048549)

Florian Lautenbacher

Nun bricht also der letzte Tag der JAX an. In meinem ersten besuchten Vortrag beschrieb Markus Völter die Diversifikation von Sprachen und damit die Programmiersprachentrends von 2009. Von Ruby, Rails oder Scala haben ja die meisten wahrscheinlich bereits gehört oder arbeiten vielleicht sogar schon produktiv damit. Aber zumindest für mich waren Sprachen wie F#, Fortress, Newspeak oder Boo neu.

F# ist das .NET-Derivat von Scala und versucht im Gegensatz zu Scala nicht, objektorientierte Konzepte um funktionale Aspekte zu erweitern, sondern geht die umgekehrte Richtung: F# erweitert eine prinzipiell funktionale Sprache um objektorientierte Konzepte.

Bei Fortress handelt es sich um einen Nachfolger von Fortran, und Newspeak ist eine Weiterentwicklung von Smalltalk. Boo erlaubt durch sogenannte hygienische Makros eine Syntaxbaumtransformation während der Compilezeit. Ein ähnlicher Ansatz wurde mit dem Meta Programming System (MPS) auch live vorgeführt. MPS erlaubt die Erstellung einer internen DSL für Java, um in den Java-Compiler wie auch den Editor Konstrukte hinzuzufügen, die man tagtäglich benötigt.

So kann man etwa in dem Open-Source-Tool von JetBrains weitere Sprachkonstrukte oder Datentypen hinzufügen (z.B. Währung als eigenen Datentyp mit Einheiten wie oder 10€) und diese dann in jedem Java-Programm verwenden. Da es sich um einen projizierenden Editor handelt, sieht man nicht das konkrete Programm, sondern nur eine Sicht auf den Abstract Syntax Tree, der intern verarbeitet wird.

In der anschließenden Keynote "Java – Quo Vadis?" von Sebastian Meyen ging es ebenfalls um die Zukunft von Java. Allerdings wurden hier weniger neue Programmiersprachen thematisiert, sondern in Interviews mit Experten Trends bzw. Weiterentwicklungen von bereits etablierten Konzepten wie EJB, Web Services, OSGi im Web oder Eclipse als Runtime Plattform diskutiert.

Mein restlicher Tag war geprägt von unterschiedlichen Vorträgen zu Geschäftsprozessmanagement, Regelsysteme und SOA. Beispielsweise wurde das Eclipse Runtime Framework Swordfish vorgestellt, aber auch die neue Initiative Eclipse SOA, in welcher Swordfish noch stärker mit anderen Eclipse SOA Tools Platform (STP) Projekten vernetzt werden soll.

In seiner abschließenden Rede führte Sebastian Meyen aus, dass JAX / SOACON / Eclipse Forum Europe mit mehr als 1700 Teilnehmern, knapp 200 Speakern und beinahe 70 Ausstellern auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg war. Bei der anschließenden Verlosung gab es für jedes Feedback zu einem Vortrag eine Gewinnchance auf Schulungen, Konferenzbesuche wie die RailsWayCon oder W-JAX und auch zahlreiche Bücher. Leider ging ich hier leer aus.

Dennoch steht für mich fest: Dies war meine erste JAX, aber ganz sicher nicht meine letzte!

Florian Lautenbacher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Nutzung semantischer Technologien zur Verbesserung der Modellierung von Geschäftsprozessen sowie deren Ausführung. Er ist Projektleiter des 2007 gegründeten Eclipse-Projektes JWT. Sein Blog findet sich unter http://following-flo.blogspot.com.

(hs)

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