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Freitag, 24. April 2009 | News

"Java als Plattform wertvoller als die Programmiersprache"

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/048529)

Stefan Tilkov

Auch dieses Mal habe ich die JAX als interessantes Forum empfunden - und wie immer mindestens genau so viel Nutzen aus den Gesprächen zwischen den Sessions und am Abend gezogen wie aus den Vorträgen selbst.

Die Community befindet sich nach meinem Empfinden in einem Wandel: Vor ein paar Jahren gab es eine einzige, klare und vorwiegend von Sun geprägte Linie, die sich wie ein roter Faden durch (fast) alle Vorträge zog. Mittlerweile gibt es viele komplementäre und konkurrierende Stränge - JRuby, Scala und Groovy, Java EE und Spring, Web-Anwendungen, Desktops und Rich Clients, Web Services und REST...

Ich finde das positiv: Keine einzelne Meinung kann den Anspruch erheben, in allen Fällen die richtige zu sein, und die Notwendigkeit zum Einschalten des gesunden Menschenverstandes als Voraussetzung für eine erfolgreiche Technologie- und Produktauswahl kann man auch nur begrüßen.

Die Resonanz auf meine eigenen Vorträge (SOA auf Basis von RESTful HTTP, "Lightweight SOA": Serviceorientierung ohne Megainvestment, RESTful WebServices mit Ruby on Rails) hat mich gefreut – es ist bemerkenswert, auf welch fruchtbaren Boden mittlerweile alternative SOA- und Web-Services-Ansätze stoßen. Offensichtlich haben nicht nur wir mit den weit verbreiteten Mainstream-Ansätzen schlechte Erfahrungen gemacht. Da eines meiner Steckenpferde REST ist, fand ich auch den Vortrag von Carsten Ziegeler zu Apache Sling (OSGi, Scripting & REST: Web-Development mit Apache Sling) sehr interessant – eine andere Art von Web-Framework, die tatsächlich etwas mit dem Web zu tun haben möchte, anstatt es zu verbergen.

Ein weiteres Highlight war für mich die Offenheit des Publikums für Sprachen, die zwar auf der JVM laufen, aber nicht Java heißen. Java als Plattform erscheint mir deutlich wertvoller als die Programmiersprache... Am besten hat das meiner Meinung nach Ted Neward in seinem kurzen Statement während Sebastian Meyens Keynote auf den Punkt gebracht: Früher dachte man, Objektorientierung sei das Ende aller Diskussionen - man glaubte, "God thinks in Objects". Erfreulich, dass Mehrsprachigkeit auch in dieser Beziehung eine Renaissance erfährt! Einzig vermisst habe ich die höchst interessante JVM-Sprache Clojure. Mal schauen, ob sich daran für die WJAX etwas ändert.

Meine abschließende Bewertung: JAX? Unbedingt empfehlenswert.

Stefan Tilkov

Stefan Tilkov ist Geschäftsführer und Principal Consultant bei der innoQ Deutschland GmbH, wo er sich vorwiegend mit der strategischen Beratung von Kunden im Umfeld von Softwarearchitekturen beschäftigt. Er ist anerkannter Experte zu SOA, Web Services und REST, Mitherausgeber des Buchs "SOA-Expertenwissen" (dpunkt Verlag), Leiter der SOA-Community bei InfoQ.com und häufiger Sprecher auf internationalen Konferenzen.

(hs)

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