Java 6 - Codename Mustang - ist nach über zwei Jahren Entwicklung Anfang dieser Woche final veröffentlicht worden. Aus diesem Anlass präsentieren wir Ihnen sukzessive aufeinander folgend die interessanten Meinungen unserer Java Magazin-Autoren.
Den Start macht Eberhard Wolff. Er ist Managing Consultant bei Interface21, dem Unternehmen, welches hinter dem Spring Framework steht, und den Lesern des Java Magazins gerade in letzter Zeit als Autor vieler Artikel zu Spring bekannt.
Eberhard, wie siehst du die neue Version von Java? Ist sie für dich mehr als nur ein Maintenance-Release zu Java 5, wie oftmals im Vorfeld geäußert wurde?
Eberhard Wolff: Java 5 war sicher eines der größeren Updates für Java bisher, alleine schon wegen der neuen Sprach-Features wie Generics, Annotationen usw. Das nicht jedes Update so viel Neues bringen kann, ist nicht nur selbstverständlich, sondern sogar gut, weil sonst die Stabilität der Plattform gefährdet ist und die Änderungen leicht ausufern. Java 6 ist daher also vom Umfang her im erwarteten Bereich und fokussiert auch eher auf den Betrieb als auf die Entwickler.
Was sind denn für dich die Highlights der neuen Version?
Wolff: Um ehrlich zu sein, sehe ich im Gegensatz zu Java 5 keine so großen Innovationen - zumindest für Entwickler. Ich glaube, interessant sind die Verbesserungen in den Bereichen Monitoring, JMX, JVM Tools Interface usw. So ist es nun möglich, den Bytecode bereits geladener Classes noch einmal zu modifizieren, was sicher einiges vereinfacht. Monitoring-Features sind im Betrieb von Enterprise-Anwendungen sehr wichtig.
Ob die Änderungen in den APIs wirklich für viele Entwickler ein Fortschritt sind, wird man sehen - so würde ich immer noch dringend dazu raten, Spring JdbcTemplates zu benutzen, auch wenn JDBC jetzt die Versionsnummer 4.0 hat.
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Wolff: Die wichtigsten Element bei Java SE sind sicher die JVM und der Bytecode - sie bilden zusammen die Basis unzähliger Anwendungen in ganz unterschiedlichen Bereichen und haben eine große installierte Basis. Gerade der Bytecode ist sehr stabil über die Java-Versionen geblieben. Meiner Meinung nach müssen in Zukunft der Bytecode und die JVM für dynamische Sprachen geöffnet werden - dazu ist eine effiziente Möglichkeit für Methodenaufrufe bei dynamischen Sprachen notwendig und Zugriffe auf den Stack z.B. für Continuations. Dass nun die JRuby-Entwickler für Sun arbeiten, lässt hier natürlich hoffen. Außerdem wäre ein Gegenstück zur .NET LINQ-Technologie sicher interessant, mit der man wesentlich einfacher Anfragen (z.B. SQL-Anfragen) in die Sprache integrieren kann. Ich denke, dass für solche Innovationen Änderungen an der Bytecode-Spezifikation unumgänglich sind.
Was gibst du den nächsten Java-Versionen mit auf den Weg?
Wolff: Mustang und GNU sind zusammen ein Traumpaar - vor allem im Frühling!
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.




