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Montag, 11. Dezember 2006 | Topthema

Java 6: Sun lässt den Mustang los

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/033083)
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Sun Microsystems hat die nächste Java-Version 6 final veröffentlicht. Als wichtigste Themen für Java 6 sieht Sun die Bereiche Kompatibilität und Stabilität, Diagnose-Fähigkeit, Monitoring, Management, Ease of Development, Enterprise Desktop, XML und Web Services sowie Transparenz. Java 6, welches unter dem Codenamen Mustang entwickelt wurde, wird unter dem JSR 270 spezifiziert. Dieser liegt als Final Approval Ballot vor. An der Entwicklung, die über zwei Jahre ging, waren neben den Sun-Ingenieuren auch mehr als 330 externe Entwickler von der Partie.

Im Fokus: Scripting
Neu ist in Java 6 ein Framework, mit dem man Script-Sprachen einbinden kann. Der Vorteil, der sich daraus ergibt: Während man Bestandteile einer Applikation in Java kodiert, ist es nun möglich, andere Dinge in sog. Subroutinen in der Script-Sprache der Wahl zu entwickeln. Bis dato gab es nur ein Plug-in für JavaScript. Andere Script-Sprachen wie z.B. Perl, Python oder Ruby brauchten allerdings bis jetzt ein externes Plug-in. Nun ist eine Sammlung von Scripting Engines entwickelt sowie die Rhino JavaScript Engine bereits vorkonfiguriert in die Java SE 6 Plattform integriert worden. Die Einbindung dieser Script-Sprachen ist über eigene Engines für Java 7 geplant. Die Integration der Script-Sprachen wird im Rahmen des Java Community Process über den JSR 223 spezifiziert.

Im Fokus: Web Services
Java 6 kommt darüber hinaus mit einer Reihe von Web-Services-Features, die im Rahmen von Java EE 5 entwickelt worden sind. Darunter befindet sich JAX-WS, das das ältere JAX-RPC ersetzt. JAX-WS erweitert seinen Vorgänger um neue Features, wie z.B. die direkte Unterstützung für JAXB 2.0-basiertes Data Binding, die jüngsten W3C- und WS-I-Standards (SOAP 1.2, WSDL 1.2), ein verbessertes Handler-Framework sowie Support für asynchrone RPC- und Nicht-HTTP-Transports.

Weitere Features
Weitere Implementierungen, die nun Eingang in Java 6 gefunden haben, sind:

  • XML Digital-Signature APIs
  • Streaming API for XML (StAX)
  • Web Services Metadata
  • Java Compiler API
  • Java Class-File Specification Update
  • JDBC 4.0
  • Java Architecture for XML Binding (JAXB) 2.0
  • Common Annotations
  • Pluggable Annotation-Processing API

Weitere Features adressieren u.a. System-Tray-Support, "pluggable" lokale Daten, das Sortieren, Filtern und Hervorheben von JTable, die Möglichkeit, on demand Attachments zu erstellen, java.util.concurrent-Updates und einen einfach zu nutzenden Swing Layout Manager.

Mehr Evolution als Revolution
Daniel Adelhardt von Sun Microsystems beschreibt im neuesten Java Magazin die neue Java-Version mehr als "Evolution denn als Revolution". Für ihn gibt es "an vielen Stellen sinnvolle Erweiterungen und Verbesserungen. Radikale technische Änderungen und Einführung neuer Konzepte wie der Deployment-Module wurden nach der Flut von Änderungen in Java 5 bewusst auf das Nachfolge-Release Java 7 vertagt ... Die Scripting-Fähigkeiten und die enge Integration der XML- bzw. Web Services APIs dürften allerdings viele Entwickler motivieren, sich Java 6 genauer anzusehen."

Die Version 6 ist übrigens die letzte Version, welche nicht Open Source entwickelt wurde. Mit einer ersten vollständigen Open-Source-Java-Implementierung ist im Sommer 2007 zu rechnen. Diese wird auf Java 7 basieren, welches zurzeit als sog. Snapshot Release vorliegt.

(an)

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