Nachdem in unserem interaktiven IDE-Vergleich die Entwickler von IntelliJ IDEA, Eclipse und NetBeans zu Wort gekommen sind, ist nun die Community aufgerufen, ihre Erfahrungen mitzuteilen, Kommentare abzugeben und Fragen zu stellen. Wir haben Marc Teufel, langjähriger Nutzer der Eclipse IDE und regelmäßiger Autor für das Eclipse Magazin, nach seinen Erfahrungen mit den verschiedenen IDEs befragt.
JAXenter: Hallo Herr Teufel. Sie sind überzeugter User der Eclipse-IDE. Wie sind Sie zu Eclipse gekommen?
Marc Teufel: Ich komme aus der Microsoft-Welt. Soll heißen: Vor meiner Java-Zeit war ich ausschließlich auf und für Windows-Systeme unterwegs, und programmiert habe ich hauptsächlich im guten alten Visual Basic. Ungefähr zu der Zeit als Microsoft auf .NET umgestellt hat habe ich auf Java umgestellt. Das Problem war nur, dass ich so hübsche Programmierumgebungen wie Visual Studio und Visual InterDev (kennt das noch jemand?) gewohnt war, so dass ich diese angenehme Art des Programmierens auch mit Java nicht missen wollte. Ich habe angefangen, diverse IDEs auszuprobieren, von Forte für Java über JCreator. JBuilder habe ich ausgelassen, dafür aber eine Zeit lang mit JDeveloper gearbeitet.
Irgendwann habe ich dann mal von Eclipse gelesen und die Begeisterung derjenigen eingefangen, die Eclipse bereits installiert hatten. Ich habe mir dann also auch die Eclipse Version 2.x installiert und ja, was soll ich sagen, ich bin dabei hängengeblieben. Hat mich überzeugt.
JAXenter: Was kann aus Ihrer Sicht Eclipse besser als andere IDEs?
Marc Teufel: Ja, was hat mich überzeugt? Zunächst einmal fiel mir die Geschwindigkeit, mit der man in der IDE arbeiten konnte, positiv auf. Eclipse machte nicht den Eindruck einer (für damalige Verhältnisse langsamen) Swing-Anwendung sondern stellte sich in eine Reihe mit typischen Windows-Anwendungen, vom Aussehen und von der Geschwindigkeit her. Ob Technologien wie SWT Eclipse nun wirklich besser machen als andere IDEs, das möchte ich nicht beurteilen, weil auf der einen Seite Swing ja mittlerweile einen beträchtlichen Schritt nach vorne gemacht hat und ich mich außerdem nie wirklich näher mit NetBeans oder IntelliJ IDEA beschäftigt habe. Eclipse bot und bietet ja alles, was ich brauche. Zum Nulltarif. Und Plug-in-Hell hin oder her, das Konzept der Plug-ins ist gut, weil Eclipse damit nahezu beliebig erweiterbar wird. Man muss halt, wie bei so vielem im Leben, auch beim Installieren von Plug-ins mit Bedacht vorgehen. Ich glaube auch, dass gerade die Plug-ins mit zum enormen Erfolg von Eclipse beigetragen haben. In der Eclipse IDE, also mit den Java Development Tools, bin ich sehr produktiv. Produktiver sogar, als ich es in Visual Studio je war. Was ich an Eclipse außerdem schätze, ist auch, dass ich es fast ausschließlich mit der Tastatur bedienen kann. Ferner sieht Eclipse, dank Forms API, einfach gut aus. Wichtig ist mir noch mitzuteilen, dass Eclipse sicher nicht die beste aber ganz bestimmt eine der besten IDEs ist.
JAXenter: Welche Fragen haben Sie an die Entwickler der Eclipse IDE?
Marc Teufel: Warum bringt Eclipse nicht von Haus aus eine Maven-Integration mit, die so gut ist, wie die von Ant? Gleiches gilt für Subversion. CVS ist so gut integriert, Subversion leider nicht. Warum ist das so?
Gibt es Pläne über zukünftig geplante Features, die das Entwickeln mit Java noch einfacher und besser gestalten sollen? Wenn ja, welche?
Wie viele Entwickler arbeiten derzeit an den JDT, wie läuft der Entwicklungsalltag bei Euch ab?
JAXenter: Haben Sie auch Fragen zu IntelliJ IDEA und zu NetBeans?
Marc Teufel: Nein, keine Fragen, aber ein Lob an die Entwickler aller drei Kandidaten! Ich finds gut, dass es eine so reichhaltige und qualitativ hochwerte Anzahl an Java-IDEs gibt. Jede IDE hat ganz, ganz sicher ihre Daseinsberechtigung, durch die so entstehende Konkurrenz versuchen die Hersteller, ihre IDE immer besser zu machen als die andere. Konkurrenz belebt das Geschäft - und das ist gut so!
JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!
Marc Teufel arbeitet als Softwareentwickler bei der hama GmbH & Co und ist dort für die Entwicklung großer Java-Anwendungen im Logistikzentrum zuständig. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel zu Java und .NET, hat zwei Bücher zu Web Services publiziert und spricht regelmäßig auf Fachkonferenzen. Unter www.teufel.net ist er im Web zu erreichen.














