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Freitag, 26. Juni 2009 | News

Eclipse-Projekt ACTF: Zugang schaffen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/049596)

Kentarou Fukuda

Kennen Sie das Eclipse-Projekt ACTF? Das Accessibility Tools Framework Project befindet sich in der Inkubationsphase von Eclipse und soll helfen, den Zugang zu Webcontent für alle Menschen zu ermöglichen. Wir sprachen mit Co-Technical-Lead Kentarou Fukuda vom IBM Research Laboratory Tokyo.

JAXenter: Hallo Herr Fukuda. Können Sie kurz beschreiben, was sich hinter dem Eclipse ACTF Projekt verbirgt?

Kentarou Fukuda: Das Eclipse Accessibility Tools Framework Project soll ein erweiterbares und umfassendes Framework für Accessibility-Tools (Zugangshilfen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen) bereitstellen. Unser Ziel besteht letztlich darin, alle Artefakte, welche mit Hilfe der Eclipse-IDE erzeugt wurden bzw. die Eclipse-IDE selbst für jeden Menschen zugänglich zu machen.

JAXenter: Was ist der Stand der Dinge beim ACTF-Projekt?

Kentarou Fukuda: Momentan überprüft ACTF typischerweise die Zugangshürden zu Webcontent und versucht, diese abzubauen. Das Framework bietet eine integrierte Entwicklungsumgebung für Webanwendungen, die die Zugänglichkeit zu Webcontent erhöhen sollen, wobei wir hier über die gesetzlichen Richtlinien hinausgehen (z.B. US Section 508) und zusätzlich die speziellen Bedürfnisse von Anwendern mit Sehstörungen und Anwendern, die auf Sprachsteuerung angewiesen sind, berücksichtigen. ACTF lässt sich auch als Entwicklungsumgebung (SDK) für Accessibility-Tools nutzen, zum Beispiel für spezielle Testwerkzeuge oder Visualisierungs-Tools wie unseren aDesigner.

JAXenter: Was ist neu in der Galileo-Version von ACTF?

Kentarou Fukuda: Die im Galileo-Release enthaltene Version 0.7 von ACTF ergänzt die Web-, J2EE- und PHP-Perspektiven von Eclipse um Funktionen zur Accessibility-Evaluierung, wie zum Beispiel automatische Fehlererkennung, spezielle Visualisierungen für die Sprachsteuerung und Simulationen der Sehperspektive von Menschen mit unterschiedlich schweren Sehstörungen. Diese Funktionen können Entwicklern dabei helfen, die Zugangsschwierigkeiten zu ihren Anwendungen zu erkennen und entsprechend abzubauen. Mit ACTF 0.7 lassen sich die Zugangsbarrieren von ODF-Dateien der neuesten OpenOffice-Version 3.x überprüfen. Die Flash-Accessibility-Check-Funktion von ACTF unterstützt SWF-Dateien der Version 9. Außerdem haben wir in der Galileo-Version von ACTF eine neue Dokumentation für Anwender und Entwickler erstellt.

JAXenter: Warum ist es für ACTF wichtig, Teil von Galileo zu sein?

Kentarou Fukuda: Es war in der Tat eines unserer Hauptziele, am jährlichen Simultan-Release von Eclipse teilzunehmen. Wir wollten einerseits einen Beitrag zur Erweiterung der Eclipse-Plattform leisten und andererseits auch die Sichtbarkeit unseres ACTF-Projekts erhöhen. Durch die Anstrengungen, den Standards der Eclipse-Release-Prozesse gerecht zu werden, ist es gelungen, die Qualität und den Reifegrad von ACTF enorm zu erhöhen. Für uns ist es außerdem eine bereichernde Erfahrung, innerhalb einer solch großen Community zu arbeiten. Diese Erfahrungswerte werden uns helfen, ACTF in der Zukunft weiter auszubauen.

JAXenter: Wo sehen Sie ACTF in einem Jahr? Wie wird sich das Projekt nach Galileo weiterentwickeln?

Kentarou Fukuda: Das ACTF-Team plant die Community-Implementierung einer Test-Logik für neue Zugänglichkeits-Richtlinien, z.B. WCAG 2.0 und Section 508 Revisions. Wir arbeiten im Moment schon an einigen neuen Features für die "Visual Complexity Visualisation" und die Evaluierung von Zugänglichkeitshürden bei mobilen Endgeräten, um die Bandbreite und Abdeckung von ACTF im nächsten Release zu erhöhen. Wir wollen auch mit weiteren Eclipse-Projekten zusammenarbeiten, zum Beispiel dem WTP- und PDT-Projekt, damit wir Webentwicklern eine besser integrierte Accessibility-Umgebung bieten können.

Zur Verbesserung von ACTF sind wir übrigens über jedes Feedback aus der Community dankbar!

JAXenter: Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.

Kentarou Fukuda ist Co-Technical Lead des Accessibility Tools Framework (ACTF) Projektes. Er arbeitet seit 2000 im IBM Tokyo Research Laboratory. Sein Forschungsinteresse umfasst Web-Accessibility sowie die Entwicklung von Webanwendungen und Multimedia Systemen. Kentarou ist einer der Initiatoren des Eclipse RCP-basierten Accessibility Check und Usability Visualization Tools aDesigner.

(hs)

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