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Donnerstag, 21. Januar 2010 | News

EU bestätigt Oracle/Sun Deal!

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/053487)

Nun ist es offiziell: Die Übernahme von Sun durch Oracle ist genehmigt! Die Europäische Kommission hat bereits heute (erwartet war eine Entscheidung am 27. Januar) in einer Pressemitteilung offiziell bestätigt, dass die im September 2009 begonnenen Kommissions-Untersuchungen zu dem Ergebnis gelangt seien, dass die anstehende Fusion zu keiner signifikanten Wettbewerbsbeeinträchtigung führen werde:

The European Commission has approved under the EU Merger Regulation the proposed acquisition of US hardware and software vendor Sun Microsystems Inc. by Oracle Corporation, a US enterprise software company. After an in-depth examination, launched in September 2009 (see IP/09/1271 ), the Commission concluded that the transaction would not significantly impede effective competition in the European Economic Area (EEA) or any substantial part of it.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, die Sun-Übernahme habe im Gegenteil das Potenzial, zu einer Vitalisierung wichtiger Wirtschaftssektoren beizutragen und könne zu neuen, innovativen Produkten führen.

Frühere Bedenken, der Übergang der Open-Source-Datenbank MySQL zu Oracle würde zu einem deutlichen Übergewicht auf dem Europäischen Datenbankenmarkt zugunsten Oracles führen, sah die Kommission nicht bestätigt. Obwohl MySQL die weltweit führende Open-Source-Datenbank sei, so seien die finanziellen Gewinne, die Sun durch MySQL erzielte, relativ gering. Außerdem stehe mit PostgreSQL eine glaubhafte alternative Open-Source-Datenbank zur Verfügung, die eine Gegenkraft auf dem Markt darstelle. Auch MySQL-basierte Abspaltungen könnten sich in Zukunft zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zu MySQL entwickeln.

The Commission's investigation showed that another open source database, PostgreSQL, is considered by many database users to be a credible alternative to MySQL and could be expected to replace to some extent the competitive force currently exerted by MySQL on the database market.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten Oracles waren wohl auch die im Dezember 2009 von Oracle gemachten Zusagen, MySQL auch weiterhin unter der GPL-Lizenz weiterzuentwickeln.

Given the specificities of the open source software industry, the Commission also took into account Oracle's public announcement of 14 December 2009 of a series of pledges to customers, users and developers of MySQL concerning issues such as the continued release of future versions of MySQL under the GPL (General Public Licence) open source licence.

Die Entscheidung setzt einen vorläufigen Schlussstrich unter den Schwebezustand, in dem sich Sun nach dem Kauf von Oracle im April 2009 und der ausbleibenden Bestätigung durch die Europäische Kommission befand. Nach der Zustimmung aus Europa stellt sich nun nur noch Russland und China gegen die Übernahme.

Oracle hat inzwischen angekündigt, am 27. Januar in einem Ganztagesevent die neue Unternehmensstrategie, detaillierte Produkt-Roadmaps und neue Kundenprogramme in einem ganztätigen, weltweit zugänglichen Broadcast-Event mitzuteilen.

(hs)

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Kommentare

Gravatar Andreas 21.01.2010
um 15:02 Uhr
... und was ist jetzt mit Netbeans ??? #zitieren
Gravatar NetbeansUser 21.01.2010
um 15:24 Uhr
Das wird weiter bestehen bleiben, keine Sorge. Wer wird schon ein Tool einstampfen, welches genauso weit verbreitet ist wie Eclipse? #zitieren
Gravatar Twistleton 22.01.2010
um 19:43 Uhr
Aber Oracle hat doch schon den JDeveloper im Portfolio. Ist es sinnvoll zwei Produkt weiter zu entwickeln? #zitieren
Gravatar Martin Wildam 25.01.2010
um 10:33 Uhr
Ich habe vor 2 Jahren ca das letzte Mal so die gängigen IDEs durchgetestet - und JDeveloper fand ich scheußlich - frag mich keine Details, ich kann mich nicht mehr erinnern, nur an scheußlich.

Und obwohl alle in meiner Umgebung gemeint haben, ich soll Eclipse verwenden, habe ich mich dann trotzdem für NetBeans entschieden - nachdem ich zu dem Schluß gekommen war, daß diese Leute NetBeans nur aus einer alten Zeit her kannten.

Ich denke, aus aktueller Sicht, ist NetBeans die beste Wahl, es sei denn natürlich, man steht auf SWT statt auf Swing und man ist auf irgendwelche Spezialplugins angewiesen, die es nur für Eclipse gibt (gibt es natürlich auch umgekehrt).

GUI-Design unter Eclipse war für mich überhaupt auch eine ganz schreckliche Erfahrung. Matisse (der NetBeans-GUI-Editor) ist im Gegensatz dazu eine Erlösung. Mit JSF funktioniert es nicht ganz so reibungslos allerdings.
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Gravatar Martin Wildam 25.01.2010
um 10:34 Uhr
Aja, was ich eigentlich sagen wollte: Die wären komplett bescheuert, wenn die NetBeans einstampfen würden.

Ich würde eher befürchten, daß es kostenpflichtig wird.
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Gravatar RPR 27.01.2010
um 14:01 Uhr
Es wäre schon wirklich ein grausames Schicksal, wenn gerade jetzt, wo Netbeans nach über 10 Entwicklungsjahren _endlich_ benutzbar wird und beginnt, breitere Akzeptanz zu finden, eingestampft würde.
Welche Möglichkeiten hat Oracle:
1. Sie konzentrieren sich auf das was sie schon haben, lassen Netbeans fallen und haben sofort jegliche Glaubwürdigkeit bei der Java-Community auf Ewig verloren.
2. Sie stampfen JDeveloper ein oder mergen ihn mit Netbeans, so dass sie weiterhin etwas "eigenes" haben und die (Noch-) Eclipse-Mehrheit untertützen wie bisher.
3. Sie pushen Netbeans und versuchen, Eclipse vom Thron zu stossen und unterstützen mittelfristig nur noch Netbeans.

Möglichkeit 2 oder 3 wären IMHO vernünftig für Oracle; ggfls. sogar beides (nacheinander).
Deswegen denke ich, dass Netbeans sehr gute Chancen hat, (in irgend einer Form) weiterentwickelt zu werden. :-)
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Gravatar RPR 27.01.2010
um 14:07 Uhr
ach so: @Martin: Wenn Netbeans kostenpflichtig würde, würde es sofort von der Bildfläche der Java-Entwickler verschwinden, weil es nicht gegen das freie Eclipse ankommen würde und diese sehr auf langfristig verfügbare, freie Software bedacht sind.
"Die wären (also ebenfalls) komplett bescheuert", wenn sie es kostenpflichtig zu machen versuchten; die zu erwartenden Mini-Einnahmen sind für Oracle wohl nicht mal ein Achselzucken wert. Aber mit einer sehr guten, freien udn (auch) deswegen von sehr vielen eingesetzten IDE könnte Oracle viel Geld machen und fürs Tooling sparen.
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Gravatar Aljoscha Rittner 27.01.2010
um 18:02 Uhr
Zum Thema kostenpflichtig: Sun Studio war seit jeher kostenpflichtig: ein Port von Forté/NetBeans - und NetBeans war und ist frei. Außerdem steht der Quelltext schon seit einiger Zeit zusätzlich unter GPL v2 mit classpath exception.

Für die IDE gibt es also kaum was zu befürchten.

Wer kommerziell die RCP Platform nutzt kann sich zusätzlich auf die CDDL verlassen. Ich sehe da wenig Spielraum, dass Oracle die Lizenz einstampft/zurückzieht. Aber ich bin kein Rechtsanwalt ;-)

Beste Grüße,
Aljoscha
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Gravatar Aljoscha Rittner 28.01.2010
um 07:58 Uhr
Wie ich diese Nacht feststellen konnte, war meine Einschätzung zur Lizensierung von NetBeans gar nicht so falsch ;-)

http://www.sepix.de/blogs/blogrittner/blog/archive////news_oracle_sun_java_developer_tools_strategy_und_netbeans/index.html

Beste Grüße,
Aljoscha.
#zitieren
Gravatar Martin Wildam 28.01.2010
um 13:03 Uhr
Ich habe mir jetzt einige der Webcasts angesehen und muß sagen, daß ich ein recht gutes Gefühl habe im allgemeinen, was Java, NetBeans und Open Office anbelangt. Ich denke, bei Oracle sind die verantwortlichen Personen recht motiviert, mit den erworbenen hochqualifizierten Sun-Mitarbeitern zusammenzuarbeiten. #zitieren

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