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Dienstag, 10. November 2009 | News

Die W-JAX 2009 in München eröffnet

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/news/052326)

Heute Morgen, Dienstag 11. November, wurde die W-JAX 2009 in München eröffnet. Um neun Uhr begrüßte Sebastian Meyen, Chief Content Officer der Software & Support Media Group und Program Chair der Konferenz, mehr als 500 Teilnehmer, die schon zu dieser Stunde ihren Weg nach München gefunden hatten. Sebastian Meyen nahm dies zum Anlass, sich für das Vertrauen von Seiten der Teilnehmer und Partner zu bedanken. Denn in einer Zeit der Krise zeige die Tatsache, dass die achte W-JAX wieder einen Teilnehmerrekord verzeichnen könne, deutlich, dass es in der Branche keine Stagnation gebe.

Sebastian Meyen
Sebastian Meyen

In den kommenden drei Tagen der W-JAX-Hauptkonferenz und der parallel stattfindenden SOACON wird den insgesamt rund 900 Teilnehmern und Speakern die Gelegenheit geboten, sich über die aktuellen Entwicklungen in Java-Enterprise-Technologien, Software-Architektur und IT-Management auszutauschen. Denn, so Meyen, die Konferenz basiere darauf, eine ausgewogen Mischung aus Trend und Praxiswissen für den Alltag zu bieten. Dieses Angebot wolle man auch in Zukunft ausbauen und erweitern, da es noch eine große Menge interessanter Themen zu erklären und zu vermitteln gebe. In Zahlen bedeutet das in diesem Jahr: 150 Sessions, 144 erfahrene Speaker und 18 Special Days, die es den Teilnehmern erlauben, sich einen ganzen Tag lang über ein spezifisches Thema zu informieren.

Diese Zukunftsaussicht unterstützte Masoud Kamali, CEO und Gründer des Verlags, der in einem Gastauftritt das INTELLIBOOK-Konzept von Software & Support Media vorstellte. Eine Kombination aus Hardware und Software, die auf fortschrittliche Weise den Zugriff auf digitale Inhalte erlaube. Denn, so Kamali, Verlage dürfen nicht konservativ, sondern müssen den Fortschritt auch im Bereich der digitalen Medien vorantreiben.

Special Days – ein Thema im Brennpunkt

In seiner Eröffnung hob Meyen den erstmals stattfindenden EJB Day hervor. EJB habe zuletzt zwar eine Krise durchlebt, sei jedoch mit der Generation 3 praktisch neu erfunden worden. Da EJB aber immer noch ein Imageproblem habe, wolle man mit diesem Tag zeigen, dass EJB besser ist als sein Ruf. Am Mittwoch wird Adam Bien in einer Keynote konzentriert die Neuerungen von EJB 3 vorstellen. In diesem Jahr wartet die Konferenz auch erstmals mit zwei Branchen-Tagen auf. Der Finance Day am Dienstag widmet sich ganz dem Einsatz und der Zukunft von Java im Bankenumfeld. Der eHealth Day konzentriert sich auf die besonderen Architektur- und Sicherheitsanforderungen im Gesundheitswesen.

"SOA ist nicht tot"

SOA - ein Thema, das in diesem Jahr viel diskutiert wurde. Dafür, dass sich SOA sehr lebendig zeigt und sich aus dem Griff des Marketings befreien konnte, gibt die parallel verlaufende SOACON in ihren Sessions zahlreiche Beispiele. Nicht zuletzt wurde auch vor gerade drei Wochen das SOA-Manifest verabschiedet, dessen deutsche Autoren, Nicolai Josuttis, Dirk Krafzig und Stefan Tilkov ebenfalls Speaker der Konferenz sind.

Ted Neward: Die eigene Sprache entwickeln

Ted Neward
Ted Neward

Im Anschluss an die Eröffnung hielt Ted Neward, ThougtWorks, die erste Keynote der Konferenz mit dem Titel "Why the next five Years will be about Languages". Er sprach dabei von einer Renaissance der Programmiersprachen und legte dar, dass es nie zuvor soviele Tools und Mittel gegeben habe, in der Praxis selbst eine Sprache zu entwickeln, die dabei helfen könne, die Herausforderungen des Arbeitsalltags zu meistern.

In der Vergangenheit sei die Entwicklung der Programmiersprachen von zwei einander fremden und voneinander getrennten Gruppen betrieben worden, so Neward. Auf der einen Seite standen die Akademiker, die sich im Rahmen ihrer Forschung mit fortschrittlichen Sprachkonzepten und experimentellen Syntaxen beschäftigen – auf der anderen die Praktiker, denen es darum ging, mit Programmiersprachen Lösungen für ihre Kunden abzuliefern. Während Erstere sich mitunter mit unvollkommenen Ansätzen zufrieden geben, sofern diese nur einen Beweis für eine zuvor aufgestellte These abliefern, verlangen Letztere nach Sprachen, die produktiv, sicher, wartbar und damit praxistauglich sind.

Das Entwickeln neuer Programmiersprachen sei lange Zeit vor allem eine akademische Tätigkeit gewesen, so Ted weiter, weshalb eine Projekt- oder gar eine Kundenorientierung keine Rolle spielte. Dieser Umstand sei derzeit im Begriff, sich zu verändern. So nannte Ted vier Faktoren, welche den Einsatz sowie die Entwicklung verschiedener Programmiersprachen heute begünstigten:

Durch die fortschreitende Virtualisierung gelangen Entwickler und Sprachdesigner zunehmend in die glückliche Lage, von zahlreichen Low-Level-Details abstrahieren zu können. Die Verfügbarkeit ausgereifter Tools wie z.B. IDEs, Analyzer, Profiler oder Debugger erleichtern außerdem die Programmierung erheblich. Durch das aktuelle starke Interesse an domänenspezifischen Sprachen, durch welche sich spezielle Aufgaben effektiver lösen lassen als mit generischen Sprachen, sowie durch neueste Erkenntnisse der Computerlinguistik wird der Trend zu neuen Programmiersprachen ebenfalls ganz wesentlich begünstigt.

In diesem Spannungsfeld zwischen Virtualisierung, Tools, Linguistik und DSLs hätten sowohl Entwickler - aber auch die Sprachdesigner - hervorragende Voraussetzungen, um neue pragmatische Sprachen weiterzuentwickeln, so Neward in seinem Fazit.

Dass dabei die Objektorientierung nicht länger als allein selig machende Methode für die Nachbildung realer Geschäftsprozesse in Software gilt, sei evident. "God doesn't think in Objects" meinte Neward, darauf verweisend, dass die reale Welt nicht nur in Begriffen von Objekten beschreibbar ist, sondern eine Reihe weiterer Merkmale aufweist.

(ms)

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