Das Eclipse-MDT-Projekt (Model Development Tools) ist angetreten, Implementierungen von Industriestandard-Metamodellen umzusetzen und ein darauf basierendes Tooling zu entwickeln. Wir sprachen mit Project-Lead Kenn Hussey über die Neuerungen in Eclipse Galileo und die Zukunft des Projekts.
JAXenter: Hallo Kenn! Kannst du kurz das Eclipse-MDT-Projekt in ein paar Worten vorstellen?
Kenn Hussey: Das Model-Development-Tools-(MDT-)Projekt konzentriert sich auf das "Big M Modeling" innerhalb des Eclipse Modeling Projekts. Unser Ziel ist es, Implementierungen von Industriestandard-Metamodellen bereitzustellen und exemplarische Modellierungstools zu entwickeln, die auf diesen Metamodellen aufbauen.
JAXenter: Was ist ein typisches Anwendungsszenario für das Projekt?
Kenn Hussey: Entwickler nutzen MDT als ein Framework zur Erstellung professioneller Modellierungswerkzeuge, die auf Industriestandardsprachen wie Unified Modeling Language (UML), Object Constraint Language (OCL) und XML Schema Definition (XSD) basieren. Endnutzer verwenden MDTs exemplarisches Tooling (kürzlich bereitgestellt von den UML2-Tools- und Papyrus-Komponenten) zur Entwicklung von auf diesen Sprachen basierenden Modellen.
JAXenter: Was ist neu in der Galileo-Version von MDT?
Kenn Hussey: Vier der neun Komponenten in MDT sind als Teil von Galileo veröffentlicht worden. OCL 1.3 wurde um eine feingranulare Kontrolle über Debug Tracing, um Support für große Zahlen und um einen erweiterbaren Type-Checking-Mechanismus ergänzt.
UML 2.3.0 hat sich der "Ultra-slim Diet von EMF" unterzogen, ist zur neuesten Version der UML Spezifikation (2.2) migriert und verzeichnet einige Verbesserungen der Erweiterbarkeit im Bereich der Profile.
Die UML2 Tools 0.9 bieten nun einen erweiterten Support für das Arbeiten mit Profilen und Stereotypen und verfügen über ein erheblich verbessertes Look & Feel, eine vorläufige Unterstützung für Sequenz- und Timing-Diagramme und die Möglichkeit zu spezifizieren, welche Elemente bei der Erstellung eines Klassen-Diagramms genau inkludiert (synchronisiert) sein sollen.
Schließlich unterstützt XSD 2.5 nun die Möglichkeit, ecore:nsURI-Attribute für Schema-Elemente zu verwenden, um die Namespace URI eines Schemas ohne Target Namespace zu spezifizieren.
JAXenter: Wo siehst du das MDT-Projekt in einem Jahr?
Kenn Hussey: Wir müssen noch unsere Pläne für das nächste Major Release von MDT (“Helios“) vorbereiten, aber ich kann vielleicht schon eine Vorstellung davon geben, was ich selbst gerne umgesetzt sehen würde. Als Erstes würde ich die Arbeiten für die Unterstützung von ODM (Ontology Definition Metamodel) in MDT wieder aufnehmen (tatsächlich liegt uns hierfür schon ein Proposal vor), insbesondere deshalb, weil zurzeit das Interesse in der Industrie an RDF (Resource Definition Framework) wieder aufzuleben scheint (z.B. Linked Data). Außerdem erwarte ich eine Berücksichtigung der neuesten Industriespezifikationen, besonders BPMN, OCL und XSD. Eine weitere Priorität sollte die Integration von EMF-basiertem Support für solche Funktionen wie Suche, Vergleich und Indexierung von Modellen in unser Endnutzer-Tooling sein. Schließlich hoffe ich auf einige Innovationen im Bereich der Modellierungswerkzeuge und Modellierungstechniken, zum Beispiel Unterstützung für Facet-basierte Metamodelle, Task-fokussierte Tools und kollaborative Design-Möglichkeiten.
JAXenter: Vielen Dank für das Gespräch!
Kenn Hussey ist unabhängiger Softwareentwickler, Consultant und Blogger. Als starker Befürworter von offenen Spezifikationen und Open-Source leitet er das Model-Development-Tools-(MDT-)Projekt und ist Committer im EMF-Projekt bei Eclipse. http://www.kenn-hussey.blogspot.com/















