Kolumne

Donnerstag, 11. Januar 2007 | Kolumne

Data Tools Project 1.0 - Bescherung für Datenbank-Interessierte

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/kolumnen/033579)
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Rudolf Jansen

Am 22. Dezember 2006 hat für Datenbank-Interessenten eine vorzeitige Bescherung auf den Eclipse-Webseiten stattgefunden: Die Release-Version 1.0 des Eclipse Data Tools Platform Projects (DTP) war zum Download bereitgestellt worden.

Ein Tool für die Entwicklung von Daten(bank)anwendungen ist sicherlich nichts bahnbrechend Neues. Jeder Datenbank-Entwickler hat für solche Aufgaben sein Lieblings-Tool, entweder von einem unabhängigen Tool-Hersteller oder direkt vom Datenbank-Anbieter und damit genau auf die Erfordernisse des speziellen Produkts zugeschnitten. Warum also nun noch ein solches Tool?

Was ist das Besondere an Eclipse DTP?
Einer der Hauptgründe, warum man sich Eclipse DTP ansehen sollte, auch wenn man mit seinem bisherigen Tool sehr zufrieden ist, ist die Tatsache, dass es aus dem "Hause Eclipse" kommt. Der Name Eclipse allein bürgt inzwischen (mehr als fünf Jahre nach der Freigabe des zuvor IBM-internen Projekts) für Qualität im Bereich Entwicklungsplattform. Neben der bekannten Eclipse-IDE haben sich eine Reihe weiterer Eclipse-Projekte gebildet, die ein weites Feld im Bereich der Softwareentwicklung abdecken. Und da darf der Daten(bank)bereich natürlich nicht fehlen.

Ausgangspunkt bei der Gründung des DTP-Projekts im Sommer 2005 waren mehrere andere Eclipse-Teilprojekte und natürlich jede Menge Eclipse-Plug-ins, die sich alle mit Aufgaben rund um dieses Thema beschäftigten, und somit die Notwendigkeit, das Ganze gemäß den "Eclipse-Grundregeln" herstellerneutral und erweiterbar zu einem Projekt zu verbinden. Bewusst wurde das Projekt "Data" Tools Project und nicht "Database" Tools Project genannt, d.h., es werden Werkzeuge für die Entwicklung von datenbasierten Anwendungen bereitgestellt. Das müssen nicht zwingend Datenbank-Applikationen sein. DTP besteht aus folgenden Unterprojekten:

  • Model Base (Modell zur Beschreibung von Datenquellen basierend auf dem Eclipse Modeling Framework)
  • Connectivity (Frameworks und Tools für den Zugriff auf Datenquellen)
  • SQL Development (Spezialfall für Datenbanken, d.h. Framework und Tools für die Arbeit mit SQL. Für die bereits erwähnten Datenbank-Entwickler, die eine Alternative zu ihrem bisherigen Tool suchen, dürfte dies der Einstiegspunkt in Eclipse DTP sein).
  • Enablement (Unterprojekt für spezifische Anpassungen von DTP an konkrete Datenquellen bzw. Datenbanken)

Sicherlich werden nun nicht direkt alle Datenbank-Entwickler ihrem bisherigen Tool den Rücken zukehren und zu Eclipse DTP wechseln. Dazu muss der im Enablement-Unterprojekt bereits ins Leben gerufene Anpassungsprozess an spezielle Daten(bank)quellen noch verstärkt werden. Aber die Zukunft von Eclipse DTP sieht vielversprechend aus. Wer hätte schon zu Anfang von Eclipse gedacht, dass dieses freie Tool es schafft, dem JBuilder und anderen kommerzielle Java-IDEs den Rang abzulaufen. Nicht auszuschließen ist also, dass sich Datenbank-Tool-Hersteller außerhalb von Eclipse in Zukunft warm anziehen müssen.

Rudolf Jansen, freiberuflicher Software-Entwickler und Fachautor für das Entwickler Magazin und das Java Magazin


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