Buch-Tipp

Java Rules Engines

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/buchtipps/000549)
  • Autor/in: Lars Wunderlich
  • Verlag: entwickler.press
  • Seiten: 229
  • erschienen: 2006
  • Preis: € 24,90
  • ISBN: 3-935042-75-8

Dieses neu erschienene Buch reiht sich in die doch umfangreiche Liste kürzlich erschienener Bücher des Autors Lars Wunderlich ein. Ein vorgezogenes Fazit am Anfang: Der angenehme und lockere Schreibstil macht das Lesen zum Vergnügen.

Die logische Gliederung erlaubt den komfortablen Einstieg in die Materie regelbasierter Systeme, des Hauptthemas des Buches. Eine wichtige Aussage des Buches ist: Regelbasierte Systeme helfen bei der Trennung von fixen Befehlselementen und flexiblen Wissensbeschreibungen. Um diese Aussage zu unterstützen und zu begründen, werden im ersten Viertel des Buches Grundlagen zu Regeln, Regelsystemen, Expertensystemen, Syntax, Semantik und weiteren Kernbegriffen weitergegeben. Abgrenzungen zu benachbarten Begriffen wie dem der Künstlichen Intelligenz helfen dem Leser, Regelmaschinen einzuordnen. Eine Zusammenfassung, die am Ende jedes Kapitels das zuvor Behandelte prägnant wiedergibt, erhöht den Lerneffekt und das angenehme Lesegefühl. Man hat als Leser das Gefühl, leicht verarbeitbare Häppchen in adäquater Weise präsentiert zu bekommen.

Der Schwerpunkt der veranschaulichenden Teile und Beispiele des Buches liegt auf Drools, einer Open–Source–Regelmaschine. Anhand zunächst einfacher, später komplexerer Beispiele wird dem Leser die Arbeitsweise von Drools verdeutlicht. Bevor der Autor konkret in die Bedienungsweise von Drools eingeht, werden die Grundlagen in ansprechender Weise vermittelt. Praxisnah werden zu den Beispielen auch Einschränkungen und ausstehende Features von Drools genannt. So wird ein rundes Bild davon gezeichnet, wie Regelmaschinen in der Praxis eingesetzt werden können.

Die Praxisrelevanz des Buches wird durch Tipps zur Erstellung von Regeln ausgebaut. Es wird geschildert, wie Regeln über XML–Dateien, nativ per Coding oder auch mittels Excel–Spreadsheets definiert werden können. Später geht das Buch zu Drools eingeschränktem Umfang auf das kommerzielle Produkt ILOG JRules ein und nimmt einen Vergleich zu Drools vor. Auch ein Abriss des JSR 94 (Java Rules API) fehlt nicht. Das vierte und letzte Kapitel des Buches widmet sich der Materie lernender Systeme wie neuronaler Netzen und Agentensoftware.

Das Literaturverzeichnis ist knapp gehalten, wird aber durch die vielen Verweise im Haupttext ergänzt. Vielleicht wäre eine Diskussion von Regelmaschinen in Verbindung mit Entwurfsmustern gewinnbringend gewesen. Schließlich helfen bestimmte Muster ebenfalls, Verhalten zu flexibilisieren und IF–THEN-Anweisungen durch höherwertige Konstrukte zu ersetzen.

Fazit: Wie anfangs bereits erwähnt ist der Schreibstil durchgehend angenehm, die Gliederung erscheint logisch, das vermittelte Wissen praxisrelevant. Insgesamt ein kompaktes Werk, das sich sowohl zum Aneignen von Grundlagenwissen eignet als auch als Nachschlagewerk für Begriffe, Konzepte und Produkte rund um Regelmaschinen.

von Klaus Meffert

Kommentare