Buch-Tipp

Groovy im Einsatz

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/buchtipps/000719)
  • Autor/in: Dierk König, Andrew Glover, Paul King, Guillaume Laforge und Jon Skeet
  • Verlag: Carl Hanser Verlag
  • Seiten: 629
  • erschienen: 2007
  • Preis: 49,90 Euro
  • ISBN: 3446412387
10/10 Punkte

Mit „Groovy im Einsatz“ legt der Hanser-Verlag die deutsche Ausgabe von „Grovvy in Action“ (Manning-Verlag 2007) vor. Hauptautor Dierk König ist der deutschen Sprache mächtig, die Übersetzung der über 600 Seiten hat er laut Vorwort allerdings „nur“ begleitet und nicht selbst durchgeführt. Neben dem Groovy-Committer sind auch seine Mitstreiter im Autorenteam alles andere als Unbekannte in der Groovy-Gemeinde. So ist Andrew Glover Autor der „Practically Groovy“-Kolumne bei IBM developerWorks, Guillaume Laforge leitet das Open-Source-Projekt seit Ende 2004. Für die Authentizität der Inhalte ist also gesorgt.

Die deutsche Fassung entspricht in Umfang, Struktur und Inhalt dem englischen Original. Wie dieses bietet es eine umfassende Gesamtschau der dynamischen, Java-freundlichen Skriptsprache. Nach einer lebendigen, motivierenden Einleitung („Ihr Weg zu Groovy“) gliedert sich das Buch in drei große Teile.

Im ersten wird die Programmiersprache Groovy selbst beschrieben. Grundlegendes wie Kontrollstrukturen, Datentypen und die Umsetzung objektorientierter Konzepte werden ebenso behandelt wie Groovy-Spezialitäten (z.B. Closures). Dabei wird Funktionalität in Codebeispielen durchgängig durch assert-Anweisungen verdeutlicht. Ein interessanter Ansatz – illustriert er doch Verwendung und Wirkung eines Sprachmerkmals auf einen Schlag!

Der zweite Teil des Buches hat die Klassenbibliothek zum Thema. Herausragend ist hier aus meiner Sicht die Darstellung des Builder-Konzepts. Weitere Kapitel beschreiben Groovys Standardbibliothek, Datenbankzugriffe, XML-Verarbeitung und die Optionen zur Integration von Groovy-Skripten in Java-Programme (u.a. auch Java 6 und das Spring Framework).

Der dritte und letzte Teil des Buches („Groovy für jeden Tag“) enthält in der Manier eines Werkzeugkastens viele wertvolle Tipps und Tricks. Auch werden weiterführende Themen wie Tests und die Windows-Integration von Groovy („Scriptom“) angesprochen. Den Abschluss bildet ein kurzer Blick auf das Webframework Grails. Völlig anders als die Kapitel zuvor ist es als Dialog zwischen zwei Entwicklern geschrieben, die Grails installieren und eine einfache Anwendung damit bauen. Dadurch entsteht ein amüsantes, nachvollziehbares Tutorial, das neugierig macht auf Grails. Konsequenterweise bleibt es dabei, denn dies ist ein Groovy-, kein Grails-Buch.

Behandelt wird übrigens die Groovy-Version 1.0 (aktuell ist 1.5). Doch da das Buch in erster Linie grundlegende Konzepte darstellt, die sich weder geändert haben noch dies mittelfristig tun werden, stellt dies meines Erachtens keinen großen Nachteil dar. Die Übersetzung ins Deutsche ist sprachlich gut gelungen. Englische Spezialbegriffe wurden dankenswerterweise nicht auf Teufel komm raus eingedeutscht, Scaffolding bleibt etwa Scaffolding. Das erleichtert dem zukünftigen Groovy-Entwickler die Interaktion mit der Community im Web.

Fazit: Wer Groovy lernen möchte, und zwar in seiner Muttersprache Deutsch, sollte sich auf jeden Fall dieses Buch besorgen! Und gerade auch nach den ersten Schritten bleibt es ein wertvoller Begleiter durch eine spannende Welt. Eine fundierte Darstellung von Groovy, inklusive der Beweggründe und Erfahrungen, die dazu geführt haben, dass Dinge so sind wie sie sind. Denn die Autoren haben die Technologie nicht nur vollständig durchdrungen, sondern auch maßgeblich mitgestaltet. Das Buch hat mir viel Freude bereitet.

von Stefan Zörner

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