Buch-Tipp

Beginning POJOs

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/buchtipps/000558)
  • Autor/in: Brian Sam-Bodden
  • Verlag: Apress
  • Seiten: 400
  • erschienen: 2006
  • Preis: € 39,99
  • ISBN: 1-59059-596-3

Dieses Buch widmet sich der Entwicklung von Webanwendungen mithilfe von Java-Open-Source-Software, auch wenn der Buchtitel dies nicht explizit ausdrückt. Insbesondere werden die Produkte Eclipse, Ant, Hibernate, JBoss, Spring und Tapestry vorgestellt. Zielgruppe sind eher Fortgeschrittene, die die einzelnen Technologien bereits kennen oder eine Vorstellung davon haben.

Die einleitenden Worte suggerieren dem Leser, dass ihm beim Lesen des Buches eine Fallstudie vorgestellt wird, die in Einzelheiten durchexerziert und zum fertigen Projekt entwickelt wird. Für die Planungsphase der Fallstudie wird anschaulich gezeigt, wie das Design einer Anwendung sowohl fachlich als auch technisch modelliert werden kann und was dabei zu berücksichtigen ist. Insbesondere werden Anforderungen, Annahmen sowie Anwendungsfälle behandelt.

Im folgenden Kapitel führt der Autor Grundlageninformationen zu Eclipse, CVS und Ant ein, also zum täglichen Handwerkszeug bei der Entwicklung von Software. Das darauf folgende Kapitel vertieft den Blickwinkel, indem es das Persistenz-Framework Hibernate und den JBoss ausführlich präsentiert. Immer wieder gibt der Autor in kleinen Kästen bündige Best-Practices-Hinweise, die den Stoff auflockern und das schnelle Finden relevanter Informationen erleichtern.

In weiteren Abschnitten des Buches werden dann andere Open-Source-Technologien behandelt. Jedes Mal bringt der Autor Code-Beispiele samt Erläuterungen. Das Bestreben, einen Querschnitt durch alle relevanten Technologien zu vermitteln, wird durch die Behandlung von aspektorientierter Programmierung sowie Unit-Tests mit JUnit und TestNG unterstützt.

Nach dem Studium der einzelnen Kapitel fällt auf: Jedes Kapitel ist für sich eigenständig, es gibt keine großen Verbindungen. Eine Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels fehlt, ebenso ein Schlusswort oder Endkapitel. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile sowie der unterschiedlichen Einsatzgebiete der Technologien ist höchstens in Ansätzen zu finden, nicht im erwarteten Detail. Der Autor vermittelt (ungewollt) den Eindruck, dass das Entwickeln von Webanwendungen eben nicht leicht, sondern ziemlich kompliziert ist. Durch Aufzeigen von Alternativen zu Java EE mag eine Komplexitätsreduzierung zum standardisierten Vorgehen möglich sein. Diese erscheint aber als nicht zufrieden stellend. Die Aneinanderreihung von Listings und Konfigurationsdateien in manchen Kapiteln ist auf Dauer schwer zu lesen und mit fortschreitender Seitenzahl im Detail ohne erheblichen Aufwand nicht nachzuvollziehen.

Fazit: Ein Buch, das stark anfängt und stark nachlässt. Wäre der Rest des Buches so geschrieben wie der Anfang, könnte es uneingeschränkt empfohlen werden. So ist die Anschaffung eher als Nachschlagewerk zu befürworten.

von Klaus Meffert

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