IntelliJ IDEA 9 beinhaltet die von den Hauptversionen bekannte Mischung aus gänzlich neuen Features, Ausbau von bestehenden Features, Bugfixings und allgemeinen Verbesserungen, z. B. im Bereich Performance. Doch zunächst die größte Neuigkeit – das Produktportfolio.
IntelliJ IDEA going Open Source
Mitte Oktober gab JetBrains eine Erweiterung im Produktportfolio und zugehörigem Lizensierungsmodell bekannt. Es gibt nun eine neue kostenfreie Open-Source-Version von IntelliJ IDEA namens "Community Edition", die unter der Lizenz Apache 2.0 bereitgestellt wird. Sie bietet vollständige Java-SE-Unterstützung. Das bedeutet, der passionierte Entwickler kann nun seine Swing-, Groovy- oder Scala-Anwendungen kostenlos mit IntelliJ IDEA erstellen. Dabei ist die gewohnte IntelliJ-Plattform-Funktionalität im Zugriff, wie Refactorings, Debugging, Inspektionen, Testing (JUnit, TestNG), VCS (CVS, Subversion, Git) oder Build-Management. Kommerziell bleibt die "Ultimate Edition", die mit der traditionellen IntelliJ IDEA-Version vergleichbar ist. Der Leistungsumfang der Community Edition wird dabei ergänzt um Java-EE-Unterstützung, Android, Google App Engine, GWT, Adobe AIR, JavaScript Debugging und Refactoring, Tapestry, OSGi, PHP, fortgeschrittene Unterstütztung im Kontext VCS (ClearCase, MS TFS) und weitere Features für professionelle Enterprise-Entwicklung. Eine Gegenüberstellung der beiden Versionen kann hier entnommen werden. Im Licht der Community Edition wurde ein neuer Webeinstiegskanal eröffnet.
Open Source – eine Bewertung
Der Schritt war ein wenig antizipierbar, wurde doch in langer Arbeit die zugrunde liegende Plattform von der eigentlichen IDE losgelöst. Diese IntelliJ-Plattform steht nun ebenfalls inkl. Sourcen als Open Source zur Verfügung. Aufbauend auf dem Rückgrat von IntelliJ IDEA kann nun also der ambitionierte Techniker selbst eine eigene IDE erstellen. Die Bereitstellung der Community Edition wird die Verbreitung der IDE sicher weiter fördern, und gerade die polyglotte Programmiergemeinde freuen, ist doch insbesondere der IntelliJ-IDEA-Groovy-Support als führend zu bezeichnen und das Scala-Tooling auf dem Markt eher übersichtlich. Neben der Community und Ultimate Edition von IntelliJ IDEA steht auch MPS zur Erstellung von DSLs, YouTrack, ein mithilfe von MPS entwickeltes Ticketing-System und eine dedizierte Web- und PHP-IDE zur Verfügung. Zusammen mit RubyMine für die JRuby/Ruby-Entwicklung ist sicherlich für jeden etwas dabei.
Und genau dieses breite Produkt-Portfolio ist der Grund, warum das Open Sourcing für JetBrains ein wohldurchdachter, geschickter Zug ist. Sehr viele Kunden nutzen bereits das kommerzielle IntelliJ IDEA. Mit der Bereitstellung der kostenlosen Einstiegsversion werden nun deutlich mehr potentielle Neukunden adressiert. Da JetBrains auf vielen Beinen steht (weiterhin auch die kommerzielle, noch mächtigere Version von IntelliJ IDEA), lassen sich auf diesem Wege auch mehr Komplementär-Produkte aus dem Hause JetBrains ins Gespräch bringen. Dies wird zu noch mehr Gesprächsstoff und Rückkopplungen führen, was auch die Qualität weiter verbessern wird. Ein Zusammenhang zwischen dem "Open Sourcing" und der Tatsache, dass JetBrains gerade neue, deutlich größere Büroräume bezieht, und neue Leute rekrutiert, ist also nicht gänzlich konstruiert.
Neue Versionen und Funktionalität
IntelliJ IDEA 9 zeichnet sich durch eine Java-EE-6-(Early-Access-)Unterstützung aus. In diesem Kontext wurde die Unterstützung von Standards gemäß neuer Versionen hochgezogen, wie JPA 2.0 (JSR-317), EJB 3.1 (JSR-318), JSF 2.0 (JSR-314), WebBeans (JSR-299) oder Bean Validation (JSR-303). Ferner gibt es neue Unterstützung für Frameworks und Technologien, wie Tapestry, OSGi, Android, PHP, Google AppEngine und FlexUnit. Mit der Unterstützung von Subversion 1.6 (aufbauend auf svnkit 1.3.0) lassen sich nun angenehm "Tree Conflicts" identifizieren.














