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November 2009 | Artikel

Der Scala Day auf der W-JAX

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/artikel/2661)

Text: Heiko Seeberger
Gleich am Morgen eine positive Überraschung: Beim Eröffnungs-Talk von Arno Haase traten sich die Besucher schier auf die Füße, denn die ca. 150 Plätze reichten bei weitem nicht für alle aus. Welch eine Bestätigung für Scala!

Arno verzichtete völlig auf Folien und begab sich direkt in die Entwicklungsumgebung, denn schließlich ging es ihm darum, einen Eindruck von der Programmierung mit Scala zu vermitteln. Die IDE ließ ihn dabei nicht im Stich, d.h. langsam aber sicher wird auch diese letzte Schwachstelle - der IDE-Support - geschlossen. Trotz meines Scala-Wissens konnte auch ich noch eine sehr interessante Erkenntnis mitnehmen: "Wer nicht weiß, was Tail Recursion ist, den interessiert das auch nicht."

Danach wurde es hip: Scala und Twitter, zwei Top-Buzzwords. Laut Ted Neward muss man heute einfach einen Twitter Client in Scala schreiben. So natürlich auch er selbst. An seinen bisherigen Ergebnissen ließ er uns in seiner Session teilhaben. Dabei gab es selbstverständlich auch den einen oder anderen erwarteten Brüller. Leider reichte der Inhalt nicht ganz an den Unterhaltungswert heran, insbesondere Ted's Scala-Code bedurfte eines Facelifts durch Arno.

Ganz anders dann die Keynote von Martin Odersky. Er freute sich, wieder in seiner ursprünglichen Heimat München zu sein, und berichtete zunächst von den Anfängen von Scala: Nachdem ihm Sun 1998 nur Generics "abkaufte", jedoch nicht Pattern Matching und Closures, startete Martins Team Scala zunächst als Experiment, bis 2006 ein "besseres Java" für den "echten" Einsatz daraus wurde. Warum besser? Z.B. wegen Code-Reduktion um den Faktor 2 (Minimum). Oder wegen einer Vielzahl an fortschrittlichen Features, z.B. Pattern Matching, Funktionen, Traits etc. Dabei ist Scala für "normale" Programmierer sehr einfach zu verwenden, wohingegen Library-Programmierer sehr mächtige Features nutzen können. Martin zeigte sehr überzeugend viele Scala-Highlights, sodass ich ganz sicher bin, dass etliche Zuhörer im Anschluss oder heute Abend Scala ausprobieren werden.

Nach dem Mittagessen ging es ging die Martin-Show weiter: Er zeigte die mittelfristige Zukunft von Scala auf. Zunächste einmal die Features des bevorstehenden 2.8-Release, z.B. "named and default arguments", Continuations und überarbeitete Collections. Letztere stellen einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung von Scala dar und helfen den Anwendern, jedoch waren im Rahmen der Präsentation die Details der Implementierung nicht ganz einfach zu verstehen. Abschließend stellte Martin dann noch das Ziel vor, Scala zur besten Sprache für parallele und nebenläufige Systeme zu machen. Respekt!

Mein Lift-Talk lief rund, alles Live Hacking verlief erfolgreich. Die IDE war zwar anfangs recht langsam, aber es gab keine bösen Überraschungen. Viele gute Fragen aus dem Publikum und Applaus (na gut, ich habe schon ein bißchen gedrängt) für die Chat-Demo mit 20 Zeilen Scala-Code.

Zum Abschluss noch zwei Short Talks. Zunächst zeigte Roman Roelofsen anhand einer eindrucksvollen Demo mit Threading-Visualisierung die Feinheiten von Scala Actors auf, insbesondere die Unterschiede von receive und react. Danach beschloss Tobias Neumann den Scala Day mit einer anschaulichen Vorstellung des eingebauten XML-Supports in Scala.

Mein Fazit: Sehr vielseitiges Programm und großes Interesse vom Publikum. Scala ist eben die Zukunft von Java!

Heiko Seeberger ist geschäftsführender Gesellschafter der Weigle Wilczek GmbH und verantwortlich für die technologische Strategie des Unternehmens mit den Schwerpunkten Java, Scala, OSGi, Eclipse RCP und Lift. Zudem ist er aktiver Open Source Committer, Autor zahlreicher Fachartikel und Redner auf einschlägigen Konferenzen.
  1. www.w-jax.de

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Kommentare

Gravatar Christian 12.11.2009
um 12:02 Uhr
Schön dass Scala so gut ankommt! Wer sich über die Sprache austauschen möchte ist im http://scala-forum.org willkommen. #zitieren

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