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November 2009 | Artikel

"Alles Programmiersprachen, oder was?"

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/jaxenter/artikel/2658)

Live von der W-JAX

Text: Heiko Seeberger
Mein erster Tag auf der W-JAX 09 im schönen München begann gleich mit einem "Hallo aufwachen"-Vortrag von Ted Neward...

In seiner typischen unterhaltsamen Manier ließ er das Publikum wissen, dass die kommenden fünf bis zehn Jahre den Programmiersprachen gelten werden. Ganz wichtig dabei: Damit wird sich Geld verdienen lassen! Leider nannte er keine konkreten Business-Konzepte. Aber er ist sich sicher, dass Entwickler, die sich diesem Trend verschließen, für ihre weitere Karriere folgenden Satz lernen müssen: "Möchten Sie Pommes dazu?".

Anschließend begab ich mich zusammen mit Arno Haase und einer im großen Saal doch arg versprengten Gruppe von Source-Code-Archäologen auf eine Ausgrabungsreise in die Tomcat-Welt. Arno, selbst bekennender Quelltext-Leser, versuchte uns zu ebensolchen zu machen, indem er sich dem massiven Stress quasi andauernden Live Hackings aussetzte. Das hat er aus meiner Sicht gut hinbekommen und ich habe z.B. mitgenommen, dass ein initialer Build unerlässlich ist, um ein gutes Gefühl zu bekommen und dass wir stats-Hypothesen aufstellen und ausprobieren sollten, am besten mit explorativen Unit Tests, um Verständnis über fremden Code zu erlangen.

Als bekennender Scala-Jünger interessierte mich natürlich auch der Blick auf die Konkurrenz, äh Kollegen. Daher ließ ich mir von Dierk König die neuen Sterne am Groovy-Himmel zeigen. Einige kamen mir recht bekannt vor, z.B. Testing à la Behavior Driven Design mit Spock, das mich stark an Specs bzw. ScalaTest erinnert. Oder Gradle, in dem ich SBT wiedererkenne. Schön, wenn die Welten zusammenfinden! In diesem Zusammenhang ist besonders erwähnenswert, dass Groovy polyglott wird, denn es gibt für Gradle, Groovy und Griffon Plug-ins für Scala, Clojure und andere Sprachen.

OK, nach Groovy also noch auf zu Stefan Tilkovs Clojure-Vortrag. Bemerkenswert, dass deutlich mehr Teilnehmer anwesend waren, als bei Dierks Groovy-Talk. Stefan stellte uns sein "schönes neues Spielzeug" mit ein paar Folien und viel Live-Coding vor. Was mir an Clojure besonders gefällt: "Clojure kann mit unendlich langen Listen umgehen, solange Ihr sie nicht benutzt.". Seiner Einschätzung, Clojure sei das "first practical LISP in the last 15 years", kann ich mich insofern anschließen, als dass ich trotz seiner hohen Fingerfertigkeit bzw. Geschwindigkeit beim Coding, sehr gut mitkam: So schwer ist Clojure/LISP gar nicht zu lesen. Und die Konzepte wie STM, Agenten und Persistent Data Structures sind sicher zukunftsträchtig.

Nun freue ich mich auf die Exception und den Ballroom und vor allem auf den Tag meiner Lieblingssprache, den morgigen Scala Day. Kommt alle zahlreich, es wird sich lohnen!

Heiko Seeberger ist geschäftsführender Gesellschafter der Weigle Wilczek GmbH und verantwortlich für die technologische Strategie des Unternehmens mit den Schwerpunkten Java, Scala, OSGi, Eclipse RCP und Lift. Zudem ist er aktiver Open Source Committer, Autor zahlreicher Fachartikel und Redner auf einschlägigen Konferenzen.
  1. www.w-jax.de

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