Liebe Leserinnen, liebe Leser,
inzwischen hat es sich sicher herumgesprochen, dass Office 365 nicht die neueste Office Suite ist, sondern der Nachfolger der Business Productivity Online Suite (BPOS). Während dieser lange und umständliche Name noch genau sagt, worum es sich handelt, steckt in der neuen Bezeichnung Office 365 das drin, was gemeint ist: 365 Tage im Jahr Office-Dienste nutzen – und das online, von jedem Ort. Dazu hat Microsoft ein Paket aus Exchange Online, SharePoint Online und Lync Online zusammengestellt, das durch Office 2010 Professional Plus ergänzt wird. Seit dem 18. April ist die Lösung in der Public Beta und lädt zum Testen ein. Damit ist Office 365 sicher der einfachste Einstieg in Microsofts Cloud-Strategie und reiht sich ein zwischen Azure und Windows Phone 7.
Doch was bringt das Angebot Office 365, wenn man die On-Premises-Produkte schon auf den eigenen Servern betreibt? Ein offensichtlicher Vorteil ist, dass man sich den Betrieb auf den eigenen Servern sparen kann, damit fallen viele Wartungsaspekte, aber auch Sicherheitsfragen weg. Der andere Vorteil ist, dass sich relativ einfach weitere Cloud-Services anbinden lassen. Sebastian Gerling und Vincent Rothländer stellen Office 365 auf den Prüfstand und stellen in ihrem Artikel (S. 44) die neuen Lizenzmodelle und Funktionalitäten vor. Zudem zeigen sie die neuen Möglichkeiten für Entwickler und weisen auf die Besonderheiten im Cloud-Umfeld hin.
Doch der Einstieg in die Cloud mit Office 365 bedeutet nicht zugleich, dass es auch der komplette Umstieg ist. Das Stichwort hier heißt Hybrid-Lösungen, da sie die Vorteile von Online- und On-Premises-Lösungen verbinden. Wie das gehen kann, stellt Stephan Oetzel in seinem Artikel „Hybride – die beste Idee seit geschnitten Brot“ vor (S. 50). Denn weder ist die „alte“ IT jetzt überflüssig, noch bedeutet es, dass Entwickler nichts mehr zu tun hätten. Ganz im Gegenteil, es eröffnen sich spannende Möglichkeiten, die „alten“ Assets zu modernisieren und zugleich neue Anwendungen zu entwickeln und Geschäftsfelder zu eröffnen.
Aktuell lässt sich die Frage, ob am Ende alles in der Cloud laufen wird, noch nicht beantworten. Denn aus technischer Sicht ist noch offen, ob sich alle Anwendungen tatsächlich in die Cloud bringen lassen – und natürlich auch, ob das, selbst wenn es machbar ist, auch sinnvoll ist. Zudem stehen heutige Vorbehalte, wie zuverlässige Datensicherheit und Vertrauen in die unterschiedlichen Provider, dem ebenfalls entgegen. Andererseits steht die Frage nach der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Cloud-Lösungen im Fokus – nicht zuletzt wegen Ereignissen wie dem Datendiebstahl bei Sony – und muss von der Industrie mit Nachdruck verfolgt werden, wenn das Geschäftsmodell Cloud funktionieren soll. Doch für den Anfang reichen wie immer die kleinen Schritte schon aus.
Im diesem Sinne viel Spaß und Erfolg bei den ersten Schritten in die Cloud.
Mirko Schrempp, Leitender Redakteur
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