"TCP/IP Sockets in C#" möchte Programmierern einen einfachen und vor allem kompakten Überblick über das hochinteressante Gebiet der Netzwerkprogrammierung geben. Bereits der Umstand, dass es sich aufgrund des geringen Seitenumfangs eher um ein Booklet als um ein richtiges Buch handelt, wirkt einlandend. Die Autoren beginnen ihr Werk mit einer knappen Einführung in die Welt von Netzwerken, Adressen, Clients und Servern. Auf den ersten Blick erscheint dieser Einstieg fast schon zu knapp, besonders für Leser, denen diese Grundlagen fehlen. Doch da jeder behandelte Schwerpunkt durch weitere Informationen ergänzt wird, sollten keine Wissenslücken entstehen. Außerdem ist das Buch Bestandteil einer ganzen Reihe mit dem Titel "TCP/IP in ..." aus dem Morgan-Kaufmann-Verlag, sodass das Motto „weniger ist mehr“ eine Grundidee der Buchreihe zu sein scheint. Wirklich gut gelungen ist die Gliederung des Buches. Der Leser wird langsam und Schritt für Schritt an ein Thema herangeführt. Während zu Beginn nur einfachere Clientanwendungen programmiert werden, zum Beispiel eine Applikation, die mit einem Echo-Server kommuniziert, steigert sich das Niveau im weiteren Verlauf bis zu einer kompletten auf TCP/IP basierenden Client- und Serveranwendung. Fabelhaft sind auch die Themen Threads, Asynchrone I/O und multiple Empfänger. Darunter versteht man verschiedene Möglichkeiten, um die Datenübertragung komfortabler und schneller zu gestalten. Es versteht sich von selbst, das keine Socket-API-Funktionen, sondern die Klassen der .NET-Klassenbibliothek zum Einsatz kommen. Das Buch ist daher auch für jene Programmierer lesenswert, die bislang mit dem Socket API keinen Kontakt hatten.
"TCP/IP Sockets in C #" ist ein hervorragendes Buch. Egal ob Einsteiger oder Experte: Dank gut ausgewählter Beispiele ist für jeden etwas dabei. Das Thema Netzwerkprogrammierung wird umfangreich und detailliert durchgenommen, ohne Angst vor tiefergehenden Abstechern in die Materie. Ein wenig kurz kommt die Beschreibung der verschiedenen Anwendungsprotokolle wie SMTP, POP3, IMAP, HTTP und FTP, doch da diese praktisch "überall" im Internet beschrieben werden und sie zudem relativ einfach strukturiert sind, ist dies kein echtes Manko, welches den positiven Gesamteindruck des rundum gelungenen "Büchleins" schmälern könnte.

