Fakt ist: Spätestens nach drei bis vier Jahren ist es in der Regel Zeit für neue Impulse im Job. Meist merkt man bereits im zweiten Jahr, dass sich eine gewisse Routine eingestellt hat und man wird neugierig auf neue Aufgaben, die einen mal wieder so richtig fordern. Je jünger man ist, um so früher wird sich dieser Zustand aufdrängen. Man ist noch voller Tatendrang und will auf keinen Fall irgendwo versauern, nur weil der Arbeitgeber zu wenig Spielraum für die persönliche Entwicklung lässt. Andererseits will man auch nicht ständig neue Arbeitgeber oder Jobs ausprobieren, schließlich hat man ja ein konkretes Ziel, das man erreichen will. Um das zu verfolgen, sollte man spätestens im zweiten Jahr mit seinem Vorgesetzten darüber sprechen, wie es weitergeht, welche neuen Aufgaben anstehen und wie die IT-Strategie im Unternehmen ausgerichtet ist. Bietet sie genügend Perspektiven, sich auf dem neuesten Stand zu halten und Praxis-Know-how in innovativen Projekten zu erlangen? Wie kann man sich selbst zusätzlich einbringen, um seine bisher ungenutzten Talente einzubringen? Systematisch sollte man dabei Vorschläge machen, ohne als Querulant aufzutreten oder mit falschem Aktionismus an die Sache heranzugehen. Neue Ideen, der Einsatz neuer Technologien oder organisatorische Änderungen müssen fundiert erläutert werden und den Mehrwert für das Unternehmen darstellen. Für Verbesserungsvorschläge sind die meisten Chefs offen, für die individuelle Umsetzung im eigenen Sinn weniger. Die Einflussmöglichkeiten sind zudem meist begrenzt.
Wer merkt, dass er nicht weiterkommt, wird bald das Handtuch werfen und sich einen neuen Job in einem anderen Umfeld suchen. Personaler bewerten dabei nicht unbedingt den Zeitrahmen, wie lange ein Bewerber beim jeweiligen Arbeitgeber verweilte, sondern die Gründe, die zum Jobwechsel geführt haben. Rein faktisch sieht ein Jobwechsel nach zwei bis drei Jahren „sauber“ aus, dennoch wird nach den Gründen gefragt werden. Man sollte dann plausibel machen, inwieweit der neue Job eine logische Fortführung des bisherigen Werdegangs ist und inwiefern der Jobwechsel in den persönlichen Karriereplan passt. Wer ohne eine erkennbare Strategie von einem Unternehmen zum nächsten wechselt, zwischendurch eine Zeit lang selbstständig war und danach etwas ganz anderes angefangen hat, erscheint auf den ersten Blick planlos und reduziert damit seine Chancen auf einen attraktiven Job immer mehr. Dennoch ist heute der geradlinige Lebenslauf immer seltener anzutreffen. IT-Experten gehen dabei nicht automatisch vertikal die Karriereleiter nach oben, sondern bauen sich häufig ein Gerüst auf, das auch horizontale Ebenen und Karriereschritte beinhaltet. Das muss nicht zum Nachteil sein, solange man sein eigentliches Ziel nicht aus den Augen verliert und die einzelnen Stufen inhaltlich aufeinander aufbauen. Ein Haus fällt auch nicht zusammen, wenn es aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt ist, vorausgesetzt, die Bauelemente passen physikalisch zusammen. Genauso verhält es sich im Job. Man kann durchaus Verschiedenes ausprobieren, seine IT-Expertise in unterschiedlichen Branchen oder Unternehmen einbringen ohne gleich als Jobhopper abgestempelt zu werden. Eine Konstante sollte aber immer dabei sein, die einen als Spezialisten ausweist und die sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf zieht. Das kann die Technologie, die fachliche Ausrichtung oder die Branche sein, in der man über die Jahre seine tiefgreifenden Erfahrungen gemacht hat. Hauptsache, es ist erkennbar, dass man in zumindest einem Gebiet Fachmann ist, der sich flexibel neuen Herausforderungen anpassen kann.


