... wird die .NET-Funktionalität auch nicht immer benötigt. Ein Videoplayer kann beispielsweise schnell und unkompliziert ohne .NET-Funktionalität entwickelt werden.
Apropos Videoplayer …
Nicht zuletzt ist dank Web 2.0, YouTube & Co. das Thema Video und Streaming in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Der Wunsch zur Integration multimedialer Funktionen in Web-Applikationen besteht nicht erst seit gestern und wurde dank Flash revolutioniert. Immerhin ist der Flash-Player auf den meisten Betriebssystemen bereits vorinstalliert. Aber auch hier haben die Redmonder bereits einen interessanten Schlachtplan ausgeklügelt: Der von Flash eingesetzte On2 [1] Codec ist für das Web bisher zwar ausreichend, für die Darstellung von hochauflösendem Material allerdings eher semi-geeignet. Hier setzt Silverlight ein. Aufgrund der Integration des VC-1 Codecs (Industriestandard für Videoformate, der von der SMPTE [Society of Motion Picture and Television Engineers] anerkannt wird und insbesondere in sämtlichen HD-DVD und Blu-ray zertifizierten Tools und Komponenten enthalten ist.) sollen das Streaming und die Wiedergabe nicht nur schneller sein, sondern auch qualitative und hochauflösende Videos stellen keine große Herausforderung mehr dar.
Ein weiterer Punkt ist DRM (Digital Right Management). Was nun natürlich eher die Anbieter von Inhalten als die User selbst interessiert, ist, dass Silverlight im Gegensatz zu Flash auch durch DRM geschützte Inhalte unterstützt. Ausführlichere Informationen zum Thema Silverlight und Streaming folgen noch in einem späteren Part.
Starterkit für Silverlight 1.0
Bevor es allerdings in der Praxis losgehen kann, werden einige Werkzeuge unbedingt benötigt, und einige weitere sind hilfreich. Diese Reihe beginnt mit dem Einstieg in Silverlight 1.0. Für die ersten Schritte reichen folglich bereits Expression Blend 2 [2] (aktuell erhältlich als December Preview) und die Runtime von Silverlight 1.0 [3] aus. Sehr hilfreich und nützlich sind außerdem Expression Design und Expression Media. Wer nun vor lauter Expression den Überblick verloren hat, sollte sich die nachfolgende Tabelle zu Gemüte führen, die einen groben Überblick über die Expression-Reihe bietet:
Für Silverlight Anwendungen reicht streng genommen aber auch jeder beliebige Editor aus, wenngleich diese für diesen Zweck ziemlich unkomfortabel sind. Da die aktuelle December Preview von Blend 2 allerdings als Beta-Version gratis heruntergeladen werden darf, empfiehlt es sich, direkt Nägel mit Köpfen zu machen. Von sämtlichen anderen Expression-Produkten gibt es auch eine 60-Tage-Testversion, dank der man erst einmal ausführlich testen kann, bevor man sich für den Kauf entscheidet.
Designer meets Entwickler
In Silverlight werden Präsentations-, Applikations- und Daten-Logik streng voneinander getrennt. Damit entspricht die Architektur einer herkömmlichen Three-Tier-Architecture (Dreischichtige Architektur), die in diesem Fall auch hinsichtlich der Entwicklung von RIAs einige Vorteile in Bezug auf die Aufgabenverteilung innerhalb eines Teams mit sich bringt. Designer und Entwickler können wesentlich effizienter Hand in Hand arbeiten, was bisher bei der Realisierung von Webapplikationen nicht immer gegeben war.
Im Idealfall liefern Designer ein fertiges Design in Form von (X)HTML und CSS ab. Sofern der Entwickler darauf achtet, Design und Funktionalität strikt zu trennen, müssen minimale Änderungen am Design vorgenommen werden, damit Inhalte dynamisch dargestellt werden können. Gelangt nun allerdings JavaScript oder AJAX ins Spiel, so sind schon einige Modifikationen mehr auf der Design-Seite nötig.
Dank WPF, die ja, wie bereits beschrieben, auf XAML zur Visualisierung und Präsentation setzt, hat das nun ein Ende. Der Designer kümmert sich komplett um die Gestaltung und Realisation der Applikation, der Entwickler implementiert im Anschluss daran die Applikations-Logik. Die beiden Aufgabenbereiche Design und Funktionalität können folglich strikter getrennt und sauber verteilt werden.












