Am 18. November 2009 veröffentlichte Microsoft auf der PDC2009 (Professional Developer Converence) in Los Angeles die erste Beta Version von Silverlight 4, und somit auch alle Informationen dazu, welche Features dafür geplant und bereits verfügbar sind.
Knapp sieben Monate davor hatte Microsoft auf der UserVoice-Website eine Umfrageseite zu den gewünschten Silverlight 4 Features gestartet. Jeder Anwender konnte sich daran frei beteiligen. Bis zur Veröffentlichung der Silverlight 4 Beta stand auf der Auswertungsliste ganz oben die Drucker-Unterstützung, gefolgt vom Wunsch, auf die rechte Maustaste reagieren zu können. Ganz knapp dahinter liegt auf Platz drei der Wunsch nach Unterstützung aller von der WPF bekannten Datenbindungsmethoden. Neben der Abstimmung zu schon vorhandenen Wünschen ist auch die Freitexteingabe neuer Wünsche möglich gewesen.
Auch hier könnte das Motto dazu lauten: "Ich bin ein Browser, und Silverlight 4 war meine Idee". Denn tatsächlich hat Microsoft sich an die Auswertungsliste gehalten und vieles bereits in der Beta-Version umgesetzt.
5 Bereiche stärken den neuen RIA Gigant
Die Auswertungsliste und natürlich auch die interne Anforderungsliste von Microsoft, wurden in 5 Top-Bereiche aufgeteilt. Somit bietet Silverlight 4 in folgenden Bereichen eine Erneuerung: Media, Business-Applications, Data & Networking, Beyond Browser und Tooling.
Media
In puncto Media war Silverlight bereits ab der ersten Version sofort an der Spitze. Denn nur in Silverlight war es damals möglich, während des laufenden Videos direkt auf die untere Timeline zu klicken und direkt an die gewünschte Stelle zu springen. Mit Silverlight 3 folgte dann aufgrund des H.264-Codecs auch noch eine HD Unterstützung. Es wird hieraus also ersichtlich, dass Microsoft diesen Markt für sich gewinnen will. Dies zeigt sich auch darin, dass Microsoft den Nachfolger von Premiere - „Sky“ und maxdome als Kunden (Partner) mit Silverlight dazu gewonnen hat. Kein Wunder, denn trotz gegenwärtiger Wirtschaftskrise ist in diesem Markt auch weiterhin Kapital vorhanden.
Auch bei Silverlight 4 macht Microsoft keinen Halt und unterstützt nun das DRM (Digitale Rechteverwaltung) auch für Offline-Inhalte. Damit kann auch gemietetes oder gekauftes Video-Material Offline weiterverwendet werden. Studios wiederum können für gewöhnlich auf DVD- und Bluray-Disc-Filmen zu findende Extras online anbieten, die sonst allein digital vertrieben werden. Weiterhin soll Silverlight 4 nativen Multicast-Support erhalten, also die simultane Nachrichtenübertragung eines Signals an unterschiedliche Empfänger.
Obwohl der starke Media-Bereich von Silverlight sehr attraktiv ist und zur heutigen Generation dazugehört, war es für die meisten Entwickler nicht wirklich von großem Interesse. Dafür hat Microsoft bei Silverlight 4 nun einen Webcam & Microphone Support hinzugefügt. Ganz nach dem Wunsch der Entwickler, wie die Umfrage auf UserVoice darlegt. Auf der PDC wurden dazu auch noch Beispiele präsentiert. So wurde gezeigt, wie Aufnahmen von Fotos direkt an Twitter überreicht werden oder wie das Scannen von Barcodes funktioniert.
Business-Applications
Die meisten neuen Funktionen in Silverlight 4 betreffen Geschäftsprozessanwendungen. Eines der lang erwarteten Features ist nun endlich vorhanden: Es kann jetzt direkt aus Silverlight-Anwendungen gedruckt werden. Obwohl es schon seit Silverlight 2 eines der häufigsten Wünsche war, kämpften sich die Entwickler auf UserVoice noch mal durch und erreichten für Ihren Wunsch den ersten Platz. Ebenfalls wichtige Erneuerungen sind die Unterstützung des Datenaustauschs mit anderen Anwendungen über Drag & Drop sowie die Möglichkeit, den Zwischenablage- Speicher verwenden zu können.
Als neues Steuerelement gibt es insbesondere eine Rich-Text-Box sowie die Darstellung von HTML innerhalb von Silverlight. Dabei wird vom HTML-Steuerelement sogar Adobes Flash mit unterstützt, wenn auf dem Client das Plug-In Installiert ist.
Bereits ab Silverlight 3 gab es auch eine Unterstützung des Mausrads (Mouse-Wheel), das dennoch explizit für jedes Steuerelement entwickelt werden muss. Das hat nun auch bei Silverlight 4 ein Ende, die Unterstützung kann nun ohne großen Programmieraufwand aktiviert werden.












