Auch wenn man beim Rückblick auf die Medien- und Netzlandschaft 2007 den Eindruck gewinnen kann, es wurde über fast nichts anders berichtet, können rund 30 Prozent der befragten Internetnutzer nichts mit dem Begriff "Web 2.0" anfangen. So jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage des Usability-Spezialisten eResult unter 400 repräsentativen Internet-Nutzern.
Mit der Entwicklung des Web 2.0 sind viele neue Begriffe aufgetaucht, wie zum Beispiel Tag, Tagwolke oder Tag Cloud, Widget, Trackback oder Social Bookmarking. Diese Web 2.0 typischen Begriffe waren auffällig vielen Studienteilnehmern unbekannt: für rund 60 Prozent von ihnen waren sie komplett unklar. Besonders drastisch offenbarte sich die Unkenntnis bei der Bezeichnung Tagwolke, die rund 75 Prozent der Befragten nicht einordnen konnten.
Überraschend stellte sich überdies heraus, dass auch Begriffe für etablierte Elemente und Funktionen aus dem E-Commerce nicht geläufig sind. So konnte zum Beispiel ein hoher Anteil 45 Prozent der Teilnehmer die oft auf Online-Shops angebotene Funktion ‚Direktbestellung’ nicht richtig deuten. Weiterhin bringt etwa die Hälfte der Befragten die Begriffe ‚Filtern’ und ‚Sortieren’ durcheinander.
Die Folgen unverständlicher Begriffe
Die Studien Autoren weisen darauf hin, dass wichtige Funktionen und Anwendungen nicht verstanden werden, weil der entscheidende Begriff nicht für den Nutzer nachvollziehbar ist wodurch die Gefahr bestehe, dass sie überhaupt nicht genutzt werden.
Allein die Bezeichnungen für Funktionen und Elemente können also entscheidend den Erfolg eines Angebots beeinflussen. Dieses gilt insbesondere für die Betreiber von Internet-Angeboten, die sich gegenüber ihrer Konkurrenz mit den neuen Funktionen und Elementen für die Nutzer abheben möchten.
Daher sollten Anbieter die Begriffe für Funktionen und Elemente immer kritisch prüfen und nicht automatisch davon ausgehen, dass Nutzer diese verstehen. Sind Begriffe unklar, gebe es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel sollte ein eindeutigerer Begriff gewählt werden, wie "Suche eingrenzen" anstelle von "Filtern". Gibt es zunächst keinen besseren Begriff, ist es sinnvoll eine Beschreibung hinzuzufügen. Der Begriff, beziehungsweise die Funktion, könne auch durch den Zusammenhang verdeutlicht werden, zum Beispiel indem bei dem Link "Direktbestellung" ein Eingabefeld für die Bestellnummer angeboten wird.










