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Donnerstag, 3. Dezember 2009 | Topthema

Entwickler am Abgrund: Hohe psychische Gefährdung in der IT-Branche

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/business-technology/news/052776)

In der IT-Branche herrscht eine besonders hohe psychische Gesundheitsbelastung vor, die zu einer zunehmenden Anzahl von Burnout-Syndromen, Depressionen, Panikattacken bis hin zu Suiziden geführt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsprojekts DIWA-IT vom Münchner Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF). Demnach seien hochqualifizierte Angestellte in IT-Unternehmen einem System permanenter Bewährung ausgesetzt, in dem ihnen tagtäglich die Beweisschuld abverlangt werde, eine Berechtigung für die Arbeit in der Firma zu besitzen.

Ergebnis dieses ständigen Bewährungsdrucks sei eine existenzielle Verunsicherung, die im Zusammenhang mit der oft geforderten Leistungsverdichtung und einer Veränderung der betrieblichen Sozialordnungen die Angestellten dazu treibe, regelmäßig über ihre Grenzen hinauszugehen.

"Wir waren erschrocken, welches Ausmaß das in den letzten Jahren angenommen hat", kommentiert Andreas Boes, Sozialwissenschaftler am ISF München.

Wenn wir den Betrieben Forschungsergebnisse vorstellen, gibt es häufig ein richtiggehendes Erschrecken und ein vermehrtes Bedürfnis, etwas zu ändern. Gleichzeitig ist aber unter dem Druck der Verhältnisse ein Gefühl entstanden: ‚Da müssen wir jetzt irgendwie durch’, und dann wird alles andere an den Rand gedrängt. Alle wissen, dass die Gesundheit am seidenen Faden hängt, aber sie bringen nicht den Mut auf, etwas zu ändern. Andreas Boes

Die Forschungsgruppe fordert deshalb, das Thema "Gesundheit" wieder zu einem integralen Bestandteil der Unternehmenspolitik zu machen, um zu verhindern, dass die Leistungsträger der IT-Wirtschaft "ausbrennen".

Einige der Ergebnisse der Studie wurden am 17.11. in der Arte-Dokumentation "Burnout – Schuften bis zum Umfallen" vorgestellt. Wer die Ausstrahlung verpasst hat, findet eine Download-Version der Sendung auf www.arte.tv. Weitere Informationen zur Studie finden sich auf der DIWA-IT-Informationsseite.

(hs)

Kommentare

Gravatar Dirk Störmer 03.12.2009
um 19:12 Uhr
Mich hat die IT krank gemacht, aber ich habe keine andere Wahl! Entweder mit 45 Jahren für immer arbeitslos oder dann lieber arbeiten bis zum Umfallen, notfallls eben den Exitus in Kauf nehmen. #zitieren
Gravatar Patrick Metz 06.12.2009
um 02:56 Uhr
Man hat immer eine Wahl. Ausnahmslos immer. Gedanken erschaffen physische Realität. Ich habe mit mir selbst abgemacht, dass ich auf jeden Fall meine Gesundheit schone und dass das Priorität hat. Wenn ich mit Menschen zusammenarbeite die das nicht zu respektieren wissen, höre ich auf mit ihnen zusammen zu arbeiten. Punkt.

Nicht die IT macht einen krank. Sondern beispielsweise die die quälende Annahme dass man mit 45 automatisch arbeitslos bleibt, oder bis zum Umfallen arbeiten muss. "Die IT macht mich krank", "Ich muss arbeiten bis zum Exitus", das sind alles Punkte, die wenn man sie betrachtet bedeuten: Ich bin davon überzeugt dass andere unabänderlich über mein Leben bestimmen und ich habe keine bewusste Entscheidung getroffen, dass zu umgehen. Ich mache auf Autopilot in meiner Opferrolle mit, werde krank und beschwere mich. Man selbst macht sich krank wenn man glaubt, dass man keine Wahl hat.

Du musst nur bis zum Exitus arbeiten wenn Du dass als Deine Realität akzeptierst. Mach doch' was anderes: Wenn Du Angst hast dass Du Deine Kosten nicht mehr decken kannst, wenn Du Arbeitslos wirst weil Du Deinem Arbeitgeber sagst (hast Du überhaupt mal mit Deinem Arbeitgeber darüber gesprochen, Arbeitgeber sind auch Menschen mit Ängsten, Nöten und Krankheiten?) dass Deine Gesundheit wichtig ist, dann fang' schon mal an Deine Grundkosten zu senken. Oder spare dir was an. Oder suche Doch einfach einen anderen Job, noch während Du in Deinem jetzigen arbeitest. Mach' Dich selbstständig oder fange an Yoga zu machen. Oder hör ganz mit IT auf und mach' ne Jahrmarktbude auf. Oder setz' Dich in Indien auf 'nen Pfahl.

Was auch immer, fangt an Euch bewusst um Euch zu kümmern, und hört auf, auf Autopilot mitzumachen! Es gibt so endlos viele Möglichkeiten, sein Leben zu ändern. Alles im Leben ist die Konsequenz aus Entscheidungen, auch wenn man sie unterbewusst getroffen hat.

Man hat jeden Tag die Chance ein neues Leben zu beginnen. Und so gerne ich als Web-Entwickler arbeite, dass allerletzte was ich mache, ist mich für andere zu verbrauchen. Und das ziehe ich so auch durch.

Bleibt gesund, lebt bewusst, trefft mutige Entscheidungen, akzeptiert nicht alles einfach so als eure Realität, und habt Spaß! Ihr habt nur ein Leben!

Viele Grüße
Patrick

P.S.:
Ein bisschen Lesestoff:
http://www.stevepavlina.com/
http://positivesharing.com/
http://zenhabits.net/
#zitieren
Gravatar Lars Nowak 07.12.2009
um 20:16 Uhr
Arbeitete in der gleichen Firma wie Dirk Störmer, bin weg in eine andere Bude. Fazit: Hier ist es genauso schlimm wie in der "alten" Firma. Es sind die Kollegen untereinander, selbst verordnete Überstunden, Selbstausbeutung (Ja ich war selbst schuld!), 60+ Stunden Woche, frewillig Termine des Managements umsetzen ohne selbstbewußt auch einmal NEIN zu sagen. Ich hatte mit meinem Verhalten sogar Kündigungen von Kollegen erzeugt (die sich nicht selbst ausbeuten wollten). Bereue ich alles jetzt sehr. #zitieren

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