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Montag, 18. Dezember 2006 | Topthema

Adobe MAX 2006 - Konferenzrückblick

(Link zum Artikel: http://www.it-republik.de/business-technology/news/033968)
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Im sonnigen Las Vegas, Nevada, fand Ende Oktober 2006 die MAX 2006 statt. Nach der Übernahme von Macromedia hat Adobe den Namen der Konferenz beibehalten. Die ursprünglich als Allaire Devcon bekannte Messe wurde durch Macromedia einst in MAX umgetauft. Sie findet regelmäßig im Herbst jeden Jahres statt, meistens abwechselnd an der West- und Ostküste der USA. Dieses Jahr war die Westküste an der Reihe, Veranstaltungsort war das bekannte Hotel und Casino Venetian. Mit einer Besucherzahl von über 3000 Entwicklern war dies die größte MAX aller Zeiten.

Vorträge
Die MAX-Vorträge waren in vier Schwierigkeitsgrade unterteilt und dadurch einem Publikum mit breit gefächertem Wissensstand zugänglich. Es gab Vorträge für alle Stufen: Einsteiger, Intermediates und erfahrene Entwickler. Die Vorträge behandelten Themen aus Kategorien wie Collaboration, LifeCycle, eLearning, Mobile, RIA, Web Design, Web Development usw. Außerdem gab es Referate zu den meisten Adobe-Software-Produkten – sogar zu Apollo, obwohl es noch nicht als Beta downloadbar ist.
Eher Diskussionsrunden ähneln die so genannten Birds-of-a-Feather- Abendveranstaltungen. In „Meet the CF team“ war etwa die Hälfte des ColdFusion-Teams inklusive Ben Forta vertreten und stellte sich den Fragen der Besucher. Die wichtigsten Neuigkeiten erfährt man auf einer MAX in den so genannten „General Sessions“, an der alle Teilnehmer, meist in einem riesigen Saal mit Multimedia-Präsentationsmöglichkeiten, teilnehmen.

Tag I
Tag Eins begann mit einer Performance der bekannten „Blue Man Group“, die regelmäßig im Venetian auftritt. Kevin Lynch (Senior Vice President und Chief Software Architect) präsentierte einige neue Adobe-Produkte wie Adobe Reader 8 und Adobe Acrobat 8. Wer bisher nicht besonders zufrieden mit der Zeit war, die der Adobe Reader zum Öffnen von Dokumenten benötigte, wird sehr erfreut über die Ladezeit des neuen Readers sein. Er öffnet erstaunlich schnell, Adobe scheint sich hier Kundenkritik zu Herzen genommen zu haben.

Shantanu Narayen (President und Chief Operating Officer) gab einige Informationen zum Merger mit Macromedia bekannt sowie einige interessante Statistiken: Darunter Kuriositäten, wie etwa, dass Ben Forta mittlerweile drei Millionen Meilen geflogen ist, um als ColdFusion Evangelist aufzutreten. Dieser Mann ist ein Phänomen. Weitere Zahlen besagten, dass Flash Lite mittlerweile auf über 100 Millionen Geräten weltweit eingesetzt wird oder Flex 2.0. bisher über 100.000-mal von der Adobe-Labs-Seite heruntergeladen wurde. Die Adobe Labs sind bislang sehr erfolgreich, es gibt eine Reihe neuer Produkte, die in den Labs zum Download angeboten werden. So die Adobe Digital Editions, eine Flex RIA, die es ermöglicht eBooks auf dem Desktop komfortabel zu verwalten und zu lesen.

Weitere Themen waren etwa der 10-jährige Geburtstag von Flash sowie die Namensänderung von Breeze auf Adobe Acrobat Connect. Wie üblich wurde auch die Flash „Penetration“ angesprochen, demnach benötigte Flash 7 für eine 80-prozentige Durchdringung zwölf Monate, bei Flash 8 und 9 soll dies schneller gehen und nur circa neun Monate dauern.

Als eines der wichtigsten Features des neuen Flash Players 9 wurde das Particle Rendering genannt. Die neue Virtual Machine beinhaltet einen JIT Compiler und wurde um rund 20 Prozent schneller. Dass es sich bei PDF mittlerweile um ein sehr populäres Format handelt, ist bekannt, inzwischen gibt es geschätzte 200 Millionen PDFs im Web, wie es hieß. Viel Applaus gab es für ein eher kleines, aber feines Feature: Photoshop und Dreamweaver werden verzahnt, sodass es etwa möglich ist, einen Teil eines Bildes in Photoshop als JPG zu exportieren und in Dreamweaver zu verwenden. Außerdem werden einige Spry-Features in Dreamweaver integriert.

Mike Downey (Flash PM) and Steve Kilisky (After Effects PM) schlüpften in die Rollen eine Flash-Designers und eines Video-Producers und demonstrierten einen Flash-Workflow. Sie stellten ein neues Audio-Produkt vor: Adobe Soundbooth. Es soll besonders einsteigerfreundlich sein und für Audio-Erzeugung, -Bereinigung und -Effekte verwendet werden können. Sho Kuwamoto sprach über RIA-Workflows und demonstrierte diverse Flex-Applikationen. Interessant für Mac-Benutzer dürfte sicher die Nachricht sein, dass es bald eine Mac-Version des Flex Builders geben wird, eine Beta ist schon in den Adobe Labs verfügbar. Ben Forta sprach über Scorpio, die nächste Version des ColdFusion Servers, die sich momentan im Alpha-Status befindet.

Die wohl wichtigste und von vielen Entwicklern sehnsüchtig erwartete Neuigkeit auf der Messe war die Präsentation der Apollo Runtime. Apollo-Applikationen können mit Flash, Flex, HTML und JavaScript erstellt werden. Das Frame-work erlaubt es Webentwicklern, diese Anwendungen als Desktop-Applikationen zu deployen und soll sehr einfach zu bedienen sein. Apollo-Demonstrationen wurden auf dem Mac und unter Windows gezeigt, eine Linux-Version wird auch in Kürze verfügbar sein. Damit Apollo einen besseren Start als Macromedia Central hinlegt, stellt Adobe einen sagenhaften 100 Millionen US-Dollar Venture Kapital Fund für Applikationsentwickler zur Verfügung. Hiermit sollen Unternehmen gefördert werden, die besonders innovative Apollo-basierte Applikationen entwickeln.

Tag II und III
Das Hauptthema am zweiten Tag waren mobile Geräte. Wichtig für die Verbreitung von Flash Lite auf mobilen Geräten wird die neue Adobe-Partnerschaft mit Verizon werden, vor allem, um Flash auf Handys in Nordamerika zu integrieren. Weniger wichtig, aber sehr amüsant, war die Information, dass der jüngste MAX-Besucher erst 14 Jahre alt war. Und raten Sie mal seinen Namen – genau, er hieß Max.

Traditionsgemäß wurden am dritten Tag Einblicke in neue Produkte gewährt. Hier haben die diversen Entwicklungsteams Gelegenheit, meist in sehr lockerer Art, über die interessantesten und in ihren Augen gelungensten Features zu berichten. Vertreten war unter anderem das Adobe-Acrobat-Connect-Team, das Fireworks,- Flex-, Dreamweaver- und ColdFusion-Team. Tausendsassa Ben Forta hatte sich als Scorpio Man verkleidet und präsentierte die wichtigsten Scorpio News.

ColdFusion-News
Unter den ColdFusion-Vorträgen gab es drei zu Scorpio, die gut besucht waren. Anstatt viele kleine Informationen bekannt zu geben konzentrierte man sich auf drei zentrale Neuigkeiten:

  1. Der neue Image Proccessing Tag und die neuen Imaging-Methoden erlauben es neue Bilder zu erstellen, Bilder zu lesen, zu schreiben, zu konvertieren oder Captchas zu erzeugen. Es wird um die 50 neue Bildmethoden geben.
  2. In Scorpio wird die .NET-Integration deutlich verbessert. In früheren Versionen war ein Zugriff nur über COM oder Web Services möglich. .NET-Objekte können nun, analog zu Java-Objekten, über den neuen Java Proxy Service direkt in ColdFusion-Code verwendet werden.
  3. Grandios ist das neue Server Monitoring, eine Flex-Reporting- und Monitoring-Applikation, die in den ColdFusion Administrator integriert wurde. Das Backend dafür ist ein CFC, welches erweitert und in eigenem Code verwendet werden kann. Sehr detaillierte Informationen zur Speicherauslastung (für jeden Scope), CPU-Auslastung, Datenbankabfragen, Page Template Cache und einzelnen Requests sind nun erstmals in einem ColdFusion-Produkt erhältlich. Es ist zu hoffen, dass Anbieter wie Fusion Reactor und Seefusion dadurch nicht in größere Schwierigkeiten kommen.

Fazit
Adobe MAX 2006 war nach Aussage vieler Besucher die bisher beste Messe. Geboten wurde eine Menge an qualitativ guten Vorträgen sowie hervorragende Networking-Möglichkeiten. In aller Munde war Apollo, man kann hier gespannt auf die weitere Entwicklung sein. Die wichtigsten Sessions wurden alle aufgenommen, es ist empfehlenswert sich diese Aufnahmen auf der Adobe-Seite anzusehen. Man darf sich also auf die Veranstaltung nächstes Jahr freuen, die vermutlich an der Ostküste stattfinden wird.

Harry Klein

Harry Klein ist stellvertretender Leiter der Software-Entwicklung in der Contens Software GmbH, Anbieter von Enterprise Content Management Software. Klein ist Certified Advanced ColdFusion Entwickler und Microsoft MSCE.

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